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Mahle hofft auf Technologieoffenheit – ist aber auch für E-Mobilität gerüstet

Symbolbild | Photo by Nik MacMillan on Unsplash
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Das Handelsblatt hat sich mit Mahle-Chef Jörg Stratmann zum Interview in seinem Stuttgarter Büro nahe der Wilhelma getroffen. Von dort aus treibt er Entscheidungen voran, die über die Zukunft des 13 Milliarden Euro Umsatz schweren Unternehmens mit 78.000 Mitarbeitern entscheiden. Eine solche Entscheidung ist zuletzt nicht die Konzentration auf eine Technologie, sondern die bewusste Entscheidung auf Technologieoffenheit zu setzen. Mahle treibt so zu einem die Verbesserung des Verbrennungsmotors voran, damit dieser emissionsärmer und klimafreundlicher wird.

Technologieoffenheit für Verbrenner und Alternative Antriebe

Auf der anderen Seite ist man sich allerdings auch bewusst, dass man Hybridisierung und Elektrifizierung und auch die Brennstoffzelle benötigt. In diesem Bereich spielt auch vor allem Thermomanagement eine sehr große Rolle. Hilft dies doch dabei beim klassischen Verbrenner den Motor weiter zu optimieren. Bei E-Autos und Fahrzeugen mit Brennstoffzelle wird durch gekonntes Thermomanagement die Reichweite entsprechend erhöht.

Über 6.000 Entwickler an 16 F&E-Zentren weltweit sind für Mahle tätig. Des Weiteren werden fast 750 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung ausgegeben; sechs Prozent vom Umsatz. Geht es nach Stratmann ist noch nicht Schluss. Man werde noch mehr Akzente im Entwicklungsbereich setzen und sich stärker fokussieren, um die wichtigen zukünftigen Technologiefelder ausreichend zu besetzen.

Im Gegensatz zu anderen Zulieferer wie Conti, die sich Kapital über einen Teilbörsengang sichern wollen, setzt man vor allem auf die eigene Struktur und Stärke. Weil man Mahle langfristig nachhaltig entwickeln möchte. So haben man über die Jahrzehnte hinweg gelernt, dass man Geld verdienen müssen, um es in das eigene Unternehmen zu investieren. Aber Stratmann ist es auch klar, dass die Transformation Geld kostet. Deshalb sei man auch bereit, vorübergehend ein geringeres Ergebnisniveau zu akzeptieren.

Mit einem eigenen E-Fahrzeug möchte man derzeit keinen Fuß fassen auf dem Automobilmarkt. „Meet“ – Konzeptfahrzeug von Mahle – sollte eher dazu dienen Technologien vom Thermomanagement über die Traktionsmotoren und die Leistungselektronik bis hin zum Innenraumkomfort mit integrierter Oberflächenheizung – und das Ganze basierend auf 48 Volt – vorzustellen.

Politische Vorgaben geben die Richtung vor

In Bezug auf politische Entscheidungen und Regularien sieht Stratmann einerseits eine große Chance, auf der anderen Seite kann es auch schnell umkippen. In Bezug auf CO2-Emission, die bis 2030 um weitere 30 Prozent gesenkt werden sollen, gibt er zu verstehen, dass dieses Ziel äußerst ambitioniert sei. „Es wirkt fast wie ein Überbietungswettbewerb, der hinsichtlich der Vorgaben derzeit stattfindet. Man darf da die Schraube nicht überdrehen und muss realistische Ziele setzen.“, so Stratmann im Interview mit dem Handelsblatt.

Interessant ist vor allem sein Vorschlag, „dass die Gesellschaft das Thema ganzheitlich über den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs betrachtet, sozusagen von der Wiege bis zur Bahre. Themen wie die Art der Strom- oder Energieerzeugung müssen einbezogen werden.“ Man brauche Technologieoffenheit bei den Lösungen, um im fairen Wettbewerb die Umweltvorgaben zu erfüllen.

Quelle: Handelsblatt – „Wir brauchen Technologieoffenheit“ – neuer Mahle-Chef will Verbrennungsmotor nicht abschreiben

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