Ladenetz-Großprojekt der Telekom stockt noch

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Ende November 2017 ist die Deutsche Telekom beim Thema Ladeinfrastruktur mit aufs Spielfeld gekommen. Jedoch nicht in Form herkömmlicher Ladesäulen und -stationen wie man sie kennt, sondern in Form von Stromverteilern, die zu Lademöglichkeiten für Elektroautos umfunktioniert werden. Damals hieß es noch, dass es ab 2018 mit der Umrüstung losgehen soll.

Telekom-Chef Timotheus Höttges sprach von rund 380.000 Kabelverzweiger deutschlandweit, die zur Ladestation umgerüstet werden können. Die Basis dafür bieten die grauen Kästen bereits. So verfügen diese über eine Stromversorgung, eine Batteriepufferung, eine digitale Messstelle, es fehlt lediglich die Steckdose zum Anschluss der Ladestecker. Laut Höttges seien bereits 12.000 geeignete Standorte mit Parkmöglichkeiten identifiziert worden.

Anfang des Jahres gründete der Bonner Konzern die Gesellschaft „Comfort Charge“, bestätigte ein Sprecher der Nachrichtenagentur AFP. Im April sollte dann mit dem Bau der ersten Ladesäulen begonnen werden. Betonung auf „begonnen werden“, denn aktuellen Informationen zufolge existieren die geplanten ersten Serien-Ladestationen immer noch nicht. Man kann also festhalten, dass das Ladenetz-Großprojekt der Telekom noch stockt.

Stand heute sind lediglich zwei Prototypen vorhanden. Einer am Olympiastadion in München und einen in Wittenberg in  Sachsen-Anhalt. Zumindest ein Internetauftritt der Gesellschaft „Comfort Charge“ ist vorhanden. Auf diesem wird auch der „Rollout der Destinationsladestellen (11 kW Leistung) an den ‚grauen Kästen‘ (Multifunktionsgehäusen), die über eine eigene Stromversorgung verfügen“ für den Herbst 2018 angekündigt. Man hält demnach immer noch an dem priorisierten Aufbau des Ladenetzes fest, macht dies nun aber auch von Förderungen aus öffentlichen Programmen fest.

Im zuvor verlinkten Bericht von „Bizz Energy“ werden weitere Punkte aufgedeckt, die aufzeigen, dass die Telekom nicht wie geplant vorwärtskommt. So reiche unter anderem die Leistung an den Verteilerkästen für Schnellladestationen ab einem bestimmten Level nicht aus, die Standorte befänden sich selten direkt an Parkbuchten und es gebe zeitaufwendige Regularien (Anmeldung, Konzessionen) zu beachten. Man darf gespannt sein, wie sich das Projekt weiter entwickelt. Hat sich zumindest bei der damaligen Ankündigung ganz gut angehört.

Quelle: Electrive.net – Ladenetz-Großprojekt der Deutschen Telekom lahmt

5 Kommentare

  1. Schön v. Electric.net abgeschrieben, denn dort habe ich das schon gestern mit einem Fehler gelesen. Wittenberg liegt in Sachsen-Anhalt.
    WittenbergE liegt in Mecklenburg-Vorpommern.

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