Kongo will mehr vom Kobalt-Boom profitieren

Kongo will von Kobalt-Absatz profitieren

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Kobalt ist eines der wichtigsten Materialien für Elektroautos. Knapp zwölf Kilo des Rohstoffes sind in einem 30-kWh-Akku enthalten, sein Preis hat sich in den vergangenen Jahren aufgrund hoher Nachfrage vervielfacht. Ein Boom, von dem nun auch die Demokratische Republik Kongo – eines der wichtigsten Abbauländer – profitieren will.

Etwa der Viertel der Kobalt-Reserven liegen in dem Zentralafrikanischen Land, das nun die Exportsteuer von zwei auf zunächst 3,5 Prozent erhöhen will – mit einer Option auf eine Erhöhung auf fünf Prozent, wie Bloomberg berichtet. Ob diese Maßnahme erneut zu einer Preiserhöhung führen wird, bleibt abzuwarten. Denn gleichzeitig will das Land seine Fördermenge erhöhen, um die deutliche gestiegene Nachfrage auf dem Weltmarkt befriedigen zu können. Auch andere Länder wie Kanada, Australien und das Elektroauto-Boomland China wollen das für die Elektromobilität so wichtige Material vermehrt aus der Erde holen.

Als Nebenprodukt des Kupfer- und Nickelabbaus trat Kobalt vor allem im vergangenen Jahr durch seine rasant steigenden Preise ins globale Rampenlicht. Die neue Gesetzgebung soll Kongos Regierung „die Flexibilität geben, um unvorhergesehenen Entwicklungen auf dem internationalen Markt zu begegnen, falls die internationale wirtschaftliche Situation es erfordert“, sagte der für die Abbauminen zuständige Minister Martin Kabwelulu. In dem Fall könne die Regierung bestimmte Mineralien als „strategische Substanzen“ deklarieren und die Exportabgabe gar auf fünf Prozent erhöhen, so Kabwelulu.

Tantal, ein momentan ebenfalls knapper Rohstoff, der in Smartphones verwendet wird, könnte ebenfalls mit der höheren Rate besteuert werden, sagte Kabwelulu. Das neue Gesetz beinhaltet desweiteren, dass Kongo nun zehn statt wie bisher fünf Prozent an Joint Ventures im Bergbau halten darf. Zudem sollen Bergbaufirmen 60 Prozent ihrer Exporterlöse im Land belassen müssen – um die Banken des Landes vor dem Kollaps zu retten, so die Taz.

Das aktuelle Bergbaugesetz des Kongo zog Investitionen von Bergbauunternehmen wie Glencore Plc und Randgold Resources Ltd. in Milliardenhöhe an. Aber während die Wirtschaft gewachsen ist, sagt die Regierung, dass die Bergbauindustrie keine ausreichend hohen Einnahmen für den Staat generiert hat. Das soll sich mit dem neuen Gesetz nun ändern.

Das Schweizer Unternehmen Glencore, der größte Kupfer- und Kobaltproduzent des Landes hat im vergangenen Jahr rund 213.000 Tonnen Kupfer und 24.500 Tonnen Kobalt aus seiner Mutanda-Mine geliefert. Bis zum Jahr 2019 könnten mehr als 500.000 Tonnen Kupfer und mehr als 65.000 Tonnen Kobalt gefördert werden. Glencore steht im Zentrum massiver Korruptionsanschuldigungen, die durch die Enthüllungen der Paradise Papers an Substanz gewonnen haben. Die weltweiten Reserven von Kobalt betragen knapp sieben Millionen Tonnen.

Quellen: Bloomberg – Congo May More Than Double Tax on Critical Cobalt Supply // Taz – Höhere Bergbausteuern im Kongo: Kabila will mehr vom Kobalt-Kuchen

Über den Autor

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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