GM beendet Produktion des Chevy Volt, verdoppelt aber das Etat für künftige Elektrofahrzeuge

Chevrolet Volt Produktion von GM wird eingestellt
Marc Bruxelle / Shutterstock.com

General Motors hat bekanntgeben, dass im Zuge einer Massenentlassung und mehrerer Werksschließungen auch die Produktion des Range-Extender-Elektroautos Chevy Volt, der es einst als Opel Ampera auch nach Deutschland geschafft hatte, im März 2019 offiziell eingestellt wird. Eine bemerkenswerte Standortschließung ist die Lordstown Assembly in Warren, Ohio. Dort wird der Chevy Cruze gebaut, der die Basis für den aktuellen Chevy Volt bildet. Bis zu 14.000 Mitarbeiter, gut acht Prozent aller Beschäftigten, sollen ihre Jobs verlieren, darunter auch Führungskräfte. Zum Teil sollen die Mitarbeiter Jobs in anderen Werken bekommen können, so GM.

Diese Schließungen sind allesamt Teil einer größeren Umstrukturierung für GM. In Zukunft ist geplant, anstatt kleinerer Fahrzeuge deutlich mehr SUVs und Pick-ups zu bauen, da die Benzinpreise in den USA in letzter Zeit eher stagnierend und niedrig waren. GM beabsichtige allerdings auch, bei künftigen Fahrzeugentwicklungen batterieelektrischen Architekturen der nächsten Generation Priorität einzuräumen. Bei der Optimierung des aktuellen Fahrzeugportfolios geht der Konzern davon aus, dass bis zum nächsten Jahrzehnt mehr als 75 Prozent des weltweiten Umsatzvolumens von GM aus fünf Fahrzeugarchitekturen stammen werden.

So bitter das Aus für den Volt auch scheinen mag: Der Schritt bedeutet nicht etwa das Ende der Elektromobilität bei GM, das mit dem Bolt, in Deutschland als Opel Ampera-e auf dem Markt,  immerhin noch ein reines Elektroauto im Programm hat, sondern soll den Konzern es erleichtern, die Transformation hin zu alternativen Antrieben finanziell stemmen und beschleunigen zu können, so GM in einer Mitteilung. Bis Ende 2020 könne GM nun 6 Milliarden Dollar (etwa 5,3 Millionen Euro) jährlich einsparen.

„Die Maßnahmen, die wir heute ergreifen, setzen unsere Transformation fort, um agil, widerstandsfähig und rentabel zu sein, und geben uns gleichzeitig die Flexibilität, in die Zukunft zu investieren. Wir sind uns der Notwendigkeit bewusst, den sich ändernden Marktbedingungen und Kundenpräferenzen zu folgen, um unser Unternehmen langfristig erfolgreich zu positionieren“ – Mary Barra, CEO von GM

Zu den Einsparungen von rund 6 Milliarden US-Dollar tragen Kosteneinsparungen von 4,5 Milliarden US-Dollar und eine geringere jährliche Investitionsrate von fast 1,5 Milliarden US-Dollar bei. Die für elektrische und autonome Fahrzeugprogramme bereitgestellten Mittel sollen sich in den nächsten zwei Jahren jedoch verdoppeln.

GM brachte den Volt im Jahr 2010 auf den Markt. Die Fahrzeuge der ersten Generation erreichten eine elektrische Reichweite von fast 60 km, der Nachfolger kam auf mehr als 80 km.

Quellen: InsideEVs – GM To Shut Down Chevy Volt Factory: Volt Confirmed Dead // GM – Pressemeldung vom 26.11.2018

Ein Kommentar

  1. Tja, schade darum reisst euch die letzten gebr. Volt unter den Nagel. Dieses Auto lieferte sich lange einen Kampf um die Spitze der Rangliste mit dem Toyota Prius in den USA. Weil der Prius bessere Platzverhältnisse hat machte er das Rennen bei den Taxis. Die Taxifahrer können rechnen. In Zürich und am Flughafen hat es fast nur noch Toyota Prius.

    Also keinen Trend weg vom Hybrid oder vom PHEV erkennbar.

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