Forschungsprojekt „FastCharge“: Laden von E-Autos bald fast so schnell wie Tanken

Porsche Prototyp lädt mit 400 kW

Copyright Abbildung(en): Porsche / FastCharge

„Wie schnell geht Schnellladen an der Tankstelle von Morgen?“. Die Antwort darauf soll das Forschungsprojekt „FastCharge“ geben an dem neben der BMW Group unter anderem auch die Porsche AG beteiligt ist. Zumindest war dies die Aufgabe, welche man sich im Dezember letzten Jahres gestellt hat.

Ein Jahr später kann das Forschungsprojekt „Fast Charge“ erste Ergebnisse verkünden. So könnte das Laden von Elektrofahrzeugen bald fast so schnell erfolgen wie heute das Betanken mit Kraftstoff erfolgen. Dies ist zumindest ein Zwischenergebnis des Forschungsprojektes „FastCharge“.

Unter drei Minuten Ladezeit für 100 Kilometer Reichweite

Am gestrigen Mittwoch wurde in Jettingen-Scheppach, in der Nähe der A8 zwischen Ulm und Augsburg, der Prototyp einer Ladestation mit einer Leistung von bis zu 450 kW vorgestellt. Ein Porsche-Forschungsfahrzeug mit einer Netto-Batteriekapazität von zirka 90 kWh erreichte hier eine Ladeleistung von über 400 kW und ermöglichte damit Ladezeiten von unter drei Minuten für die ersten 100 Kilometer Reichweite.

Anzumerken ist, dass die neue Ladestation für Elektro-Modelle aller Marken mit der in Europa üblichen Typ-2-Variante des weltweit verbreiteten Combined Charging System (CCS) geeignet ist und somit nicht nur von Porsche genutzt werden kann. Stand heute ist es sogar so, das dort ab sofort kostenlos geladen werden kann.

„FastCharge“:  Schnelle und komfortable Ladelösungen zur Steigerung der Attraktivität der Elektromobilität

Das im Juli 2016 initiierte Forschungsprojekt „FastCharge“ wird mit insgesamt 7,8 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert. Neben der BMW Group als Konsortialführer sind zudem die Allego GmbH, die Phoenix Contact E-Mobility GmbH sowie die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG und die Siemens AG beteiligt. Koordiniert wird das Projekt von der NOW Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie, die darauf achtet, dass die Förderrichtlinien eingehalten werden.

Im Mittelpunkt des Projektes stehen schnelle und komfortable Ladelösungen, die dazu beitragen sollen, dass die Attraktivität der Elektromobilität steigt. Die Erhöhung der verfügbaren Ladeleistung auf bis zu 450 kW ermöglicht eine deutliche Verkürzung der Ladezeiten. Die Ladeleistung an den neuen Fastchargern ist drei- bis neunmal so hoch wie an den bisherigen DC-Schnellladestationen. Im Rahmen des Forschungsprojektes wird untersucht, welche technischen Voraussetzungen bezüglich Fahrzeugen und Infrastruktur erfüllt werden müssen, um die extrem hohen Ladeleistungen einsetzen zu können.

Mit den aktuell vorgestellten Ladesäulen-Prototypen setzt man auf die Ladestecker des bewährten CCS in der Typ-2-Variante für Europa. Dieser Ladestandard hat sich bereits heute bei einer Vielzahl von elektrifizierten Fahrzeugen bewährt und wird in weiten Teilen der Erde genutzt. Je nach Fahrzeugmodell kann die neue, kostenfrei nutzbare Ultra-Schnellladestation sowohl für Autos mit 400-Volt- als auch 800-Volt-Batteriesystemen eingesetzt werden. Die jeweils bereitgestellte Ladeleistung passt sich automatisch der maximal zulässigen Ladeleistung des Fahrzeugs an.

Das Porsche-Forschungsfahrzeug im Projekt „FastCharge“ erreicht als erster PKW eine initiale Ladeleistung von 400 kW. Möglich macht dies ein innovatives Kühlsystem, das für eine gleichmäßige und schonende Temperierung der Batteriezellen sorgt.

Quelle: Porsche AG – Pressemitteilung vom 13. Dezember 2018

Über den Autor

Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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Ja, wenn die Ladezeiten so niedrig werden ( < 5 Minuten), dann würde ja das Verbraucherverhalten ähnlich dem heutigen sein können. ….man "tankt" einfach bei Fahrten unterwegs wie bisher, also Tankstellen-Gewohnheits-verhalten. Anzahl und Platziering der Ladesstationen könnte dann den Tankstellen entsprechen. Es gibt jedoch einen grossen Unterschied: zusätzlich gibt es das Zuhauseladen und das Laden am Zielort (Arbeitsplatz, Hotel, Restaurant, Shoppingcenter) – und bei diesen könnte das Laden billiger sein. Ich denke daher, dass ein gewisses Risiko für die Investitution in den Ausbau von (zu vielen) Ladestationen "an Tankstellen" besteht. Aber da wird man schon noch drauf kommen….

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