EV100: Fünf neue Großunternehmen setzen auf Elektroautos

Team schaut gemeinsam auf ein Ziel
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Immer mehr Unternehmen nutzen Elektroautos, um Luftverschmutzung und steigende Verkehrsemissionen zu bekämpfen und ihr Außenbild auf Sozialverantwortung und Nachhaltigkeit zu trimmen. Die Elektromobilität war auch einer der Schwerpunkte bei den COP24-Klimaverhandlungen im polnischen Kattowitz, wo mehr als 40 Länder eine Elektroauto-Erklärung unterzeichnet haben. Dabei ging es um eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und den Regierungen, um die Einführung von Elektroautos zu beschleunigen.

Fünf weitere große Unternehmen sind der Initiative EV100 der Non-Profit-Organisation The Climate Group beigetreten. Damit bekennen sie sich zur Elektrifizierung ihrer Firmenflotten bis 2030. Hier die fünf Firmen und ihre Vorhaben in einem Kurzprotrait.

BT Group

Das Telekommunikationsunternehmen BT Group aus Großbritannien verfügt über eine Flotte von rund 34.000 Fahrzeugen, von Pkw bis hin zu schweren Nutzfahrzeugen, davon 25.000 im Netzwerktechnikgeschäft von Openreach. BT ist bestrebt, seine Fahrzeuge auf Elektroautos umzurüsten, wo diese die beste technische und wirtschaftliche Lösung darstellen. In den Feldern, wo reine Elektroautos nicht in Fragen kommen, sollen andere emissionsarme Technologien zum Einsatz kommen.

Das Ziel von BT ist es, die Emissionen seiner Flotte bis zum Jahr 2030 um 87 Prozent im Vergleich zu 2016/17 zu senken und bis zum Jahr 2045 CO2-neutral zu sein. Dazu gehört auch, die komplette Energieversorgung des Unternehmens mit Ökostrom zu bestreiten.

„Wir bei BT uns verpflichtet, bis zum Jahr 2045 Null CO2-Emissionen zu verursachen. Wir sind uns bewusst, dass wir darauf angewiesen sind, dass die richtigen Fahrzeuge und Ladeinfrastruktur in ausreichendem Umfang zur Verfügung stehen.“ – Andy Wales, Chief Digital Impact und Sustainability Officer der BT Group

Eon

Eon ist ein führendes europäisches Energieunternehmen. Die Verpflichtung sieht vor, dass das Unternehmen im Rahmen der EV100-Initiative seine gesamte Flotte auf elektrische Antriebe umstellt und an 100 Standorten Ladestationen für Mitarbeiter, Gäste und Kunden installiert. Mit der Elektromobilitätsmarke Eon Drive bietet das Energieunternehmen zudem seinen Kunden in mehr als zehn europäischen Ländern intelligente Ladeinfrastruktur und baut europaweit ein ultraschnelles Ladennetz von Trondheim bis Rom auf.

„Wir sind überzeugt davon, dass Energieunternehmen, indem sie auf Elektroautos setzen, auch den allgemeinen Durchbruch von Elektromobilität beschleunigen können. Wir investieren intensiv, um unsere Geschäftskunden bei der Umstellung zu unterstützen. Dabei berücksichtigen wir auch, dass Elektroautos sogar Teil des zukünftigen Energiesystems werden können.“ – Andreas Pfeiffer, Global Domain Head E-Mobility E.ON

Schenker AG

Das deutsche Güterlogistikunternehmen Schenker AG wird seine Flotte gemäß den Bestimmungen der EV100-Initiative auf zunächst 250 Fahrzeuge umstellen und seine 17.000 Mitarbeiter in Deutschland mit Elektrofahrrädern ausstatten. Das Unternehmen will – sobald eine bedeutende Marktdurchdringung besteht – auch in seinen Serviceverträgen Elektroautos besser fördern. In einem ersten Schritt will Schenker Subunternehmer mit Finanzierungsinformationen und Lernergebnissen aus der eigenen Flotte versorgen.

„Wir wollen aktiv an der Transformation des Güterverkehrssektors in Richtung innovativer, emissionsarmer und nachhaltiger Logistikdienstleistungen mitwirken.“ – Andrea Dorthea Schoen, Klimaschutzmanagement Schenker AG

Ontario Power Generation

Ontario Power Generation (OPG) ist der größte Erzeuger von Ökostrom der Provinz Ontario in Kanada mit gut 14 Millionen Einwohnern. Mehr als 99 Prozent seiner Energie ist vollständig frei von Abgasen und Kohlendioxidemissionen. Um sein EV100-Ziel zu erreichen, will das Unternehmen seine Flotte von mehr als 400 Fahrzeugen, sofern technisch und wirtschaftlich machbar, bis 2030 auf Elektroantriebe umstellen. Außerdem sollen an den Standorten mindestens 100 Ladepunkte installiert werden. Das Unternehmen rechnet ab 2030 mit Einsparungen von 1000 Tonnen CO2 und einer Kraftstoffeinsparung von mehr als 500.000 US-Dollar (etwa 440.000 Euro) pro Jahr.

OPG, das die bislang größte nordamerikanische Klimaschutzmaßnahme im Zusammenhang mit dem Abschied von Kohle umgesetzt hat, hofft, durch die Förderung der Elektrifizierung dazu beitragen zu können, auch den Transportsektor und andere Sektoren in Ontario zu dekarbonisieren. OPG prognostiziert, dass die Stromnachfrage in Ontario in den nächsten 20 Jahren um bis zu 45 Prozent zunehmen könnte, auch wegen der zunehmenden Anzahl von Elektroautos auf den Straßen.

„Unser derzeitiger Energiemix ist vielfältig, sicher und gehört zu den am wenigsten CO2-intensiven Energien der Welt zu sehr wettbewerbsfähigen Kosten. All dies gibt Ontario eine starke Plattform, um seine saubere Elektrizität zu nutzen, um kohlenstoffintensive Stromquellen in anderen Industrien zu ersetzen, beispielsweise im Transportsektor, der derzeit der größte Treibhausgas-Emittent Ontarios ist.“ – Jeff Lyash, Präsident und CEO von Ontario Power Generation

Genesis Energy

Das neuseeländische Energieunternehmen Genesis Energy stellt nach und nach seine Flotte von 86 leichten und 82 schweren Fahrzeugen auf elektrische Antriebe um. Das Unternehmen hat bereits 41 Prozent seiner Flotte für leichte Nutzfahrzeuge umgestellt und strebt an, bei den leichten Fahrzeugen bis 2020 zu 100 Prozent rein elektrisch oder hybrid unterwegs zu sein und bei den schweren Fahrzeugen bis 2025 zu 50 Prozent rein elektrisch oder hybrid zu sein. Genesis Energy setzt sich auch aktiv dafür ein, dass Mitarbeiter Elektroautos nutzen, etwa indem es Rabatte anbietet, vor Ort verfügbare Ladepunkte bereitstellt und weitere Ladestationen an strategisch gewählten Standorten im gesamten Netzwerk installiert.

„In Neuseeland stammen 85 Prozent des erzeugten Stroms aus erneuerbaren Quellen. Daher werden unsere Elektroautos ebenfalls größtenteils mit erneuerbarer Energie betrieben. Wir sind mit unserem bisherigen Fortschritt sehr zufrieden, fast die Hälfte unserer leichten Fahrzeugflotte ist bereits elektrisch. Unsere Hauptherausforderung wird darin bestehen, die richtigen schweren Fahrzeuge für unsere LPG-Lieferflotte zu finden, um die hohen Anforderungen zu erfüllen, die wir an sie stellen. Im Jahr 2019 wollen wir zwei elektrische LPG-Lkw testen.“ – Marc England, CEO von Genesis Energy

Bei EV100 handelt es sich um eine im September 2017 gegründete Initiative zur Förderung der Elektromobilität Zu den Gründungsmitgliedern zählen die Deutsche Post DHL, Vattenfall, Baidu, Ikea, Metro, NP, LeasePlan, PG&E, Unilever und der Flughafen Heathrow.

Quelle: The Climate Group – Pressemeldung vom 10.12.2018

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