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Erster Oberleitungs-Hybrid-Lkw auf einer deutschen Autobahn

LKW am Abend auf einer Brücke
Symbolbild | Photo by Mean Shadows on Unsplash
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Vor wenigen Tagen begannen die Funktionstests für die anstehende Inbetriebnahme des eHighways – ein Teilstück der A 5 im Süden Frankfurts am Main, wo zum ersten mal ein Oberleitungs-Lkw auf einer deutschen Autobahn unterwegs ist. „Der erste eHighway Deutschlands ist fertig und zum ersten Mal bügelt ein Oberleitungs-Hybrid-Lkw an die Oberleitung an“, sagte Gerd Riegelhuth, Vizepräsident von Hessen Mobil und Projektleiter ELISA, zum Projektstart. Das Projekt ELISA I werde pünktlich fertig gestellt, sodass in 2019 ELISA II, also der Betrieb, starten kann.

Aktuell fahren auf der A 5 zwischen Langen/Mörfelden und Weiterstadt die ersten OH-Lkw, wie die Abkürzung für Oberleitungs-Hybrid-Lkw lautet, und testen, ob die Anlage funktionsgerecht aufgebaut ist. Während der ersten Funktionsfahrten fuhr der OH-Lkw Schrittgeschwindigkeit bis maximal 20 km/h. Das spezielle und auf die Verhältnisse der Autobahn angepasste Design gewährleistet im normalen Betrieb eine Geschwindigkeit bis 90 km/h. Den Aufbau der Anlage im Auftrag von Hessen Mobil hat Siemens übernommen.

„Der Beginn der Feldversuche in Hessen ist ein wichtiger Meilenstein für die Zukunft des Straßengüterverkehrs in Deutschland. Der eHighway kombiniert die Vorteile elektrifizierter Bahnen mit der Flexibilität des Straßengüterverkehrs – damit schafft unsere Technologie eine nachhaltige Alternative zum LKW-Transport mit Verbrennungsmotoren. Mit ELISA erproben wir den eHighway zum ersten Mal auf einer öffentlichen, deutschen Autobahn. Weitere Feldversuche werden folgen.“ – Roland Edel, Technologiechef der Siemens Mobility GmbH.

Im ersten Halbjahr 2019 finden weitere Testfahrten statt. Währenddessen werden erste Speditionen mit OH-Lkws ausgestattet und starten wohl wie geplant ab Sommer 2019 mit dem Regelbetrieb. Die Gesamtprojektkosten im Teilprojekt ELISA I belaufen sich auf 14,6 Millionen Euro, die das Bundes­ministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) trägt.

Hybrid-Lkws: Strom, Batterie und Dieselmotor

Der fünf Kilometer lange Abschnitt soll in beide Fahrtrichtungen mit einer Oberleitung für Hybrid-Lkws ausgestattet werden. Im Vergleich zu Verbrennungsmotoren ist dies doppelt so effizient. Die Lkws verbrauchen also weniger Energie und erzeugen – wenn der Strom aus erneuerbaren Quellen kommt – kein CO2 und keine Schadstoffe. Über die Oberleitung können sie auch ihre Batterien aufladen, so dass sie auch außerhalb der Teststrecke elektrisch fahren können. Ist die Batterie erschöpft, nutzen sie den Dieselmotor.

„Um bis 2050 klimaneutral zu sein, muss der Verkehrsbereich seinen CO2-Ausstoß gegenüber 1990 um 95 Prozent senken. Wir testen alle Technologien, die uns dabei helfen können, auf ihre Praxistauglichkeit. Wenn sich herausstellt, dass Oberleitungssysteme im Straßenraum integrierbar sind, wäre das – besonders in Verbindung mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen – ein entscheidender Schritt hin zu einem klimaneutralen Straßengüterverkehr.“ – Tarek Al-Wazir, Hessens Verkehrsminister

Quelle: Hessen Mobil – Pressemitteilung vom 27.11.2018

3 Kommentare

    1. Ganz dieser Meinung! Vor nicht allzu langer Zeit hatte jedes produzierende Unternehmen ab nenenswerter Größe einen Bahnanschluss. Das wäre heute, im Zeitalter überbodenden Warenverkehrs, ein Traumzustand. Bedenken wir, welche Schäden LKW-Schwerlastverkehr unseren Straßen und unserer Umwelt zufügt, wird klar, dass einzig die Schiene eine nachhaltige Lösung für Strecken- und Transit-Güterverkehr bietet.

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