Bestätigt: Emden und Hannover werden zu E-Fahrzeug-Werken

VW Pläne zur Werksbelegung
Volkswagen AG

Bereits am Donnerstag haben wir berichtet, dass  die Ausrichtung auf die Produktion innovativer E-Fahrzeuge Bestandteil der Planungen zur Werkebelegung von VW ist. Über diese hatte der Aufsichtsrat am Freitag in Wolfsburg zu entscheiden. Im Rahmen dessen sollen Emden und Hannover zu weiteren Vorzeigewerken in Deutschland werden und im Zusammenspiel mit Zwickau den größten Verbund zur Produktion von E-Fahrzeugen in Europa bilden, so Personalvorstand Gunnar Kilian.

Die Entscheidung ist mittlerweile gefallen und die Werke in Emden und Hannover werden elektrifiziert. Damit steht fest, dass dort ab 2022 Fahrzeuge der ID. Familie vom Band rollen. Um zukünftiges Wachstum in Europa bedienen zu können, will der Konzern ab 2022 seine Produktionskapazitäten mit einem zusätzlichen Werk in Osteuropa erweitern.

“Wir haben die strategischen Leitplanken neu definiert, an denen wir unsere Werkbelegung zukünftig ausrichten. Wir machen unsere Werke fit für die Zukunft. Dafür werden wir unter anderem markenübergreifende Produktfamilien bündeln, um maximale Synergien und Kostenvorteile zu nutzen. So schöpfen wir das Potenzial des Volkswagen Konzerns voll aus.” – Oliver Blume, Mitglied des Vorstands der Volkswagen AG, verantwortlich für den Bereich Konzern Produktion

Wie bereits angedeutet werden in Emden zukünftig elektrische Kleinwagen und Limousinen mehrerer Marken gefertigt, während sich der Standort Hannover neben der Produktion von Fahrzeugen mit konventionellem Antrieb auf die ID. BUZZ-Familie spezialisiert.

Blume gibt des weiteren zu verstehen, dass gerade die hohe Fertigungsexpertise und Qualifikation der Mitarbeiter dazu beitrage, dass sich die deutschen Standorte für die Transformation in E-Werke besonders gut eignen. Somit werden die Standorte Zwickau, Emden und Hannover auf die Elektrifizierungsstrategie ausgerichtet und bilden so eine der wesentlichen Voraussetzung für den Ausbau der E-Flotte und damit für die Erreichung der CO2-Ziele des Konzerns.

Die Volkswagen Passatfamilie wird in das tschechische ŠKODA Werk Kvasiny verlagert und ab 2023 zusammen mit den ŠKODA Modellen Superb und Kodiaq gefertigt. Der ŠKODA Karoq und der SEAT Ateca, die aktuell in Kvasiny produziert werden, werden in ein neues Konzern Mehrmarkenwerk verlagert. Dazu wird ein Standort in Osteuropa gesucht. Skoda wird ab 2020 seine reinen E-Fahrzeuge am tschechischen Standort Mladá Boleslav produzieren. Ab 2019 wird der Automobilhersteller dort ebenfalls elektrische Komponenten für Plug-in-Hybride herstellen.

“Ich bin besonders stolz darauf, dass es uns gelungen ist, die Elektromobilität zu großen Teilen hierzulande in unseren Werken anzusiedeln. Denn die Märkte Deutschland und Westeuropa werden neben China und den USA Vorreiter bei der Einführung der E-Fahrzeuge sein.” – Bernd Osterloh, Volkswagen Gesamt- und Konzernbetriebsratsvorsitzender

Der Übergang in die E-Mobilität ist somit keine Zukunftsmusik mehr, er beginnt hier und jetzt. Und zu diesem Gesamtbild gehört auch, dass mit der Umstellung Arbeitsplätze verloren gehen, so Osterloh weiter. Zehn Jahre Beschäftigungssicherung schließen betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2028 aus. Über die demografische Kurve werden Anpassungen gestaltet, ohne dass jemand seine Beschäftigung verlieren muss.

Dennoch ist sich Osterloh sicher, dass Volkswagen diesen Wandel aus einer Position der Stärke heraus gestaltet und somit ein deutliches Zeichen für die gesamte Industrie setzt. Man holt die Zukunft nach Deutschland: Emotionale Elektrofahrzeuge, innovative Mobilitätskonzepte und der Megatrend des autonomen Fahrens werden bei uns vor der Haustür gebaut und vorangetrieben. Hierfür will man bis 2023 knapp 44 Mrd. € in die Zukunft investieren – E-Mobilität spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Die wesentlichsten Kriterien der Werkbelegung sind die optimale Auslastung vorhandener Kapazitäten, die plattformorientierte Belegung der Standorte und die Volumenbündelung. Flexible Mehrmarkenfabriken werden daher weiter zunehmen, um die Vorteile des flexiblen Produktionsnetzwerks zu nutzen.

Zur Steigerung der Produktivität und Reduzierung der Fabrikkosten und Investitionen wird konsequent die Wiederverwendung vorhandener Anlagen und Fabrikstrukturen sowie auf eine markenübergreifende Standardisierung gesetzt. Um weitere Effizienzen zu heben, setzt der Konzern auf die digitale Transformation in seinen Fabriken.

Angepeilt ist, dass der Konzern bis 2025 seine Produktivität um 30 Prozent erhöht. Im gleichen Zeitraum soll die Umweltbelastung der Fabriken – nach guten Fortschritten in den vergangenen Jahren – in etwa halbiert werden. „Wir haben uns klare und ehrgeizige Ziele gesetzt“, so Blume. „Die Produktion muss ein strategischer Wettbewerbsvorteil für den Volkswagen Konzern sein.“

Quelle: Volkswagen AG – Pressemitteilung vom 16. November 2018

Ein Kommentar

  1. Positiv, dass auch das Thema Beschäftigungsverhältnisse angesprochen werden. Das ist wichtig, denn Unsicherheit ist wohl das schlimmste für die Arbeitnehmer.

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