E-Auto-Tarife – ein Markt in den Kinderschuhen

E-Auto-Tarif: Markt steckt in den Kinderschuhen

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Der Durchbruch der Elektromobilität ist da, zumindest wenn man sich die Prognosen und jüngsten Entwicklungen anschaut: Die Zahl der E-Automodelle steigt laut VDA-Präsident Bernhard Mattes in den nächsten drei Jahren von 30 auf über 100. Nach Angaben des Bundesverbands Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) gibt es derzeit rund 13.500 öffentliche und teilöffentliche Ladepunkte an rund 6.700 Ladesäulen. Im Vergleich zu Ende Juni 2017 ist dies ein Zuwachs von mehr als 25 Prozent. Das Ziel der Bundesregierung sind 100.000 Ladepunkten bis 2020.

Noch seltener sind derzeit nur die Ladelösungen. Das betrifft vor allem das Laden der Autos Zuhause. Nach Angaben des Bundesverbands Elektromobilität laden über 80 Prozent der Elektroautobesitzer ihren Wagen in erster Linie daheim. Hierfür müssen attraktive Angebote geschaffen werden, um die Verkehrswende zum Erfolg zu führen. Effiziente Technik und neue Antriebslösungen allein reichen nicht. Fahren E-Autos mit Strom, der zu einem großen Teil aus Kohlekraftwerken stammt, ist ihre Ökobilanz nicht wirklich besser verglichen zu klassischen Antriebstechniken.

Diese Autostromtarife gibt es

Am weitesten verbreitet zum heimischen Laden sind Angebote mit zusätzliche Hardware, sprich Angebote, bei denen der Bezug eines Stromtarifs mit dem Kauf einer Wallbox zum intelligenten Lademanagement verknüpft ist. Auch bekannt sind Tarife, bei denen Prämien gezahlt werden, wenn E-Autofahrer an ihrem Fahrzeug Werbeaufkleber anbringen. Echte Tarife, die tatsächlich einen günstigeren Strompreis je Kilowattstunde beinhalten, sind hingegen selten. Des Weiteren unterliegt Strom für Elektroautos starken Schwankungen, wie wir es in diesem Artikel bereits betrachtet haben.

Wirklich Autostrom Plus von Polarstern zum Beispiel ist so ein eigener Autostromtarif. Hier wird über einen separaten, unterbrechbaren Zähler das E-Auto zur sogenannten „steuerbaren Verbrauchseinheit“. Das heißt, der Verteilnetzbetreiber kann die Stromversorgung der E-Ladestelle zeitweise an- und ausschalten. Diese „genehmigte“ Unterbrechung der Stromversorgung der E-Ladestelle wird preislich belohnt. Schließlich unterstützt der E-Autobesitzer dadurch die Stabilität des gesamten Stromnetzes. Abhängig vom Elektroauto und den gefahrenen Kilometern können vor allem Pendler bis zu rund ein Fünftel verglichen mit klassischem Autostrom sparen.

Mit Wirklich Ökostrom von Polarstern kommt bei IONITY nun Strom, der das Grüner Strom-Label trägt und mehrfach ausgezeichnet ist zum Einsatz. Der grüne Gedanke wird somit auch beim Laden umgesetzt.

Solarstrom vom Hausdach

Besonders wirtschaftlich ist es, wenn E-Autos zum Teil mit Strom vom eigenen Dach versorgt werden. Nach einer Umfrage des Bundesverbands Solarwirtschaft und des Meinungsforschungsinstituts Forsa bevorzugen über 90 Prozent der befragten E-Autofahrer erneuerbaren Strom zum Laden des Fahrzeugs. Und das Bonner Markt- und Wirtschaftsforschungsunternehmens EuPD Research hat ermittelt, das 90 Prozent der kurzfristig an E-Autos interessierten Eigenheimbesitzer eine eigene Solarstromanlage errichten wollen. Das ist angesichts der möglich Stromsparpotenziale auch sinnvoll.

Werden PV-Anlage, Stromspeicher und Wallbox kombiniert, ist es besonders attraktiv. Die Stromautarkie steigt und die Stromkosten sinken. Denn die selbst erzeugte und gespeicherte Kilowattstunde liegt preislich bei rund der Hälfte oder gar einem Drittel des Stroms aus dem öffentlichen Netz.

In jedem Fall ist das Laden mit selbst erzeugtem Solarstrom nicht nur wirtschaftlich, sondern auch ökologisch sinnvoll. Der Strom bleibt in der „untersten“ Netzebene, dem Niederspannungsnetz, und muss nicht auf Mittel- oder Hochspannung umgewandelt und transportiert werden. Wandlungs- und Transportverluste entfallen. Die großen Übertragungsnetze – wo vor allem die Engpässe bestehen – werden nicht benötigt. Alles in allem eine runde Sache. Das betrifft auch Lösungen in Quartieren und in Mehrparteiengebäuden. Hier kann der lokal erzeugte Solarstrom E-Ladestationen der Mieter und Bewohner versorgen und das Angebot von E-Car- oder E-Scooter-Sharing unterstützen.

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Verfasst wurde dieser Artikel von Norman Elmers, Verantwortlich für Elektromobilität und Geschäftsentwicklung bei Polarstern.
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2 Antworten

  1. Ja klar, Strom vom Dach ist die beste Lösung mit dem eigenen E Auto sauber und preisgünstig zu fahren. Besser als teure Speicher ist ein 2. Auto `z. Bspl.“Sion Sono` Dann kann immer einer bei Tag geladen werden und steht am Morgen wieder bereit. Dies ist auch ladetechnisch besser weil so auch bei wenig Sonne langsam geladen wird und die
    Batterien halten nach eigenen Erfahrungen weit über 10 Jahre ohne Leistungseinbusse.

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