Bundesregierung plant Batteriezellfertigung mit bis zu zwei Milliarden Euro zu fördern

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Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) war diese Woche zu Besuch in Warschau, dort hat er das Thema einer gemeinsamen deutsch-polnische Batterieallianz auf den Tisch gebracht. Altmaier hatte sich bereits zuvor vorgenommen vor Ort das Interesse an einer gemeinsamen Investition in die Produktion von Batteriezellen für Elektroautos auszuloten. Dieses scheint vorhanden und entsprechende Pläne wurden bereits konkretisiert.

Lausitz als Standort für großindustrielle Fertigung

Als möglichen Standort für eine großindustrielle Batteriezellfertigung hat man sich für die Lausitz  entschieden, da diese in unmittelbarer Nähe zu Polen liegt. Des Weiteren erlaubt es Deutschland aber auch den Strukturwandel von fossiler Energie zu vollziehen. Denn dies würde den Menschen eine konkrete Perspektive für die Zeit nach dem Braunkohletagebau bescheren.  Gefördert werden soll diese großindustrielle Batteriezellfertigung  mit einer Milliarde Euro werden.

Die Bundesregierung hat bereits in der Vergangenheit die Zellforschung in Deutschland gefördert. Allerdings nie in einem solchen Rahmen. Bisher sind in den vergangenen zehn Jahren gut eine halbe Milliarde Euro in die Zellforschung geflossen. Auch wurden einige Versuche unternommen, eine Zellfertigung auf die Beine zu stellen, dies ist bisher allerdings nicht geglückt.

Für die Bundesregierung ist klar, dass ohne industrielle Fertigung und begleitende Forschungsaktivitäten es keine komplette Wertschöpfungskette mehr in der deutschen Autoindustrie gebe.  Vonseiten der Automobilhersteller wurden entsprechende Pläne bisher abgelehnt oder auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Gleiches gilt für Zulieferer wie Bosch und Continental, die diesen Einstieg zumindest nicht alleine wagen wollen.

Altmaier treibt Batteriezellfertigung voran

Altmaiers Bundeswirtschaftsministerium hat gemeinsam mit dem Bundesforschungsministerium ein Batteriezellenkonzept entwickelt, das am 19. Oktober vom Kabinett gebilligt werden soll: Mit jeweils einer Milliarde will die Regierung den Aufbau von zwei Fertigungsstätten fördern, eine davon in der Lausitz.

Zudem möchte man weitere 600 Millionen Euro in eine Forschungsfabrik investieren , die – angesiedelt bei der Fraunhofer Gesellschaft – in den kommenden Jahren und Jahrzehnten die Industrie bei der Weiterentwicklung von Zellen und Batteriekonzepten unterstützt.

Dieses Wissen kann dazu dienen die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Automobilhersteller zu sichern. Denn mit zwei Batteriezellfertigungen ist es nicht getan. Bedenkt man Mal, dass alleine VW nach derzeitigen Hochrechnungen vier Zellfabriken benötigt, um die drei Millionen E-Autos auszurüsten, die ab 2025 auf die Straße drängen sollen.

Auf einer Branchenveranstaltung gab Altmaier zu verstehen, dass die Herstellung von Batterien für Elektroautos nicht unbedingt Sache der Automobilhersteller sei. Nichtsdestotrotz müsse aber die zukünftige Herstellung von Batteriezellen gewährleistet sein. Die deutsche Regierung würde das unterstützen.

Quelle: Der Tagesspiegel – Batteriezellen für die Elektromobilität: Altmaier plant Großinvestition in der Lausitz

Ein Kommentar

  1. Das ist gut dass das auf DE Ebene nach vorne gebracht wird. Wenn schon nicht von den früher einmal technologieführenden Unternehmen (sind Batterien für Shareholder nicht interessant?), dann wenigstens von der Politik.
    Interessant wäre zu wissen, warum die Wahl eines Kooperationspartners (wenn man denn einen braucht) auf Polen gefallen ist.

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