Aus BMW-Sicht werden E-Autos nie die Preise von Verbrenner erreichen

BMW AG

Ein leitender BMW Manager gab zu verstehen, dass E-Autos wohl niemals zu Preisen gleichwertiger konventioneller Autos am Markt zu haben sein werden. Begründet wird dies weniger durch die Komplexität eines E-Autos oder die sich verändernden Plattformen. Vielmehr seien die Batterien ausschlaggebend. Stand heute sind Elektroauto-Batterien Kostentreiber Nummer eins bei einem E-Auto.

Der Kostenvorteil der Batterietechnik von Panasonic und Tesla bewegt Bloomberg New Energy Finance (BNEF) in einer Analyse dazu die Aussage zu treffen, dass Tesla noch für mehrere Jahre führend bei Elektroautos sei. Entscheidend sei der geringe Kobalt-Anteil der Batterie. Genau dies wird von BMW als Preistreiber bei den eigenen Batterien aufgeführt.

Geht es nach Klaus Fröhlich,  Mitglied des Vorstands der BMW AG, werden die Preise von E-Autobatterien eher steigen als fallen. Denn durch den steigenden Bedarf von Elektroautobatterien wird auch der Bedarf der dafür benötigten Rohstoffe steigen. Somit auch der Preis, da eine Verknappung am Markt stattfindet. BMW möchte dieser Entwicklung vorbeugen und versucht daher langfristige Verträge mit seinen Lieferanten zu schließen. Sowohl für Kobalt, als auch Lithium.

Geht man vom aktuellen Stand aus, liegen bei 90 bis 100 kWh Akkupacks die Zellkosten allein bei 17.000 bis 25.000 US-Dollar, so Fröhlich. Für dieses Geld kann durchaus bereits ein “normaler” Verbrenner produziert werden. Die gleiche Preisspiral kommt übrigens auch bei Lithium zum Tragen.

Ersichtlich wird aus einer McKinsey Studie, dass die Batterie, nicht zu verwechseln mit den Lithium-Ionen-Zellen für Batterien, ein treibender Kostenfaktor ist. McKinsey ist allerdings auch der Meinung, dass hier entscheidende Einsparungen erste im Zeitraum zwischen 2025 und 2030 erzielt werden können. Hierzu beruft man sich unter anderem auf Erfahrungsfaktoren aus der Vergangenheit.

Für das vergangene Jahr lässt sich beispielsweise festhalten, dass eine Kilowattstunde knapp 25 Prozent weniger als im Vorjahr kostet. Doch die Kunden profitieren davon nicht, wie Berechnungen der Managementberatung Horváth & Partners zeigen.

Für 2018 hat Tesla bereits geplant die Kosten auf Zellebene unter 100 Dollar pro kWh zu bringen. Bis 2020 will Tesla dies auch auf Batteriepaket-Ebene anstreben. BNEF geht davon aus, dass die Durchschnittspreise für Batteriepacks allgemein nicht vor 2025 unter 100 Dollar fallen werden.

Quelle: news.com.au – The reason why electric cars will always be expensive

9 Kommentare

  1. BMW war einfach zu dumm vorauschschauend zu denken .Jetzt versuchen Sie alles damit der Elektroauto nicht zu schnell hochkommt ,weil sie alles um Jahre verschlafen haben ( gilt für alle Deutschen Pkw Marken ).Sie wollen Tesla einfach nur schaden.

    1. Denke gerade BMW war mit dem i3 vorne mit dabei. Man hat es sicherlich nicht konsequent zu Ende gedacht. Dennoch hat man mit dem BMW i3 – gerade in der zweiten Generation – gezeigt, dass man E-Autos durchaus versteht.

  2. Die dt. Autoindustrie hat die E-Mobilität verschlafen. Wenn BMW der Meinung ist E-Autos nicht preiswerter als Verbrenner bauen zu können ist das eine sehr bezeichnende Aussage. Die anderen werden es jedenfalls können.
    Geht ja jetzt schon, siehe SonoMotors oder eGo. Die Chinesen werden es auf jeden Fall können.
    Dann kauft halt bald ein kleiner chinesischer Rollerhersteller die Marke BMW. In 8 Jahren werden einfach keine Verbrenner mehr verkauft werden können. Die Führungsebenen der dt. Autohersteller sind besetzt mit überbezahlten, ideenen und pespektivlosen, alten Betonköpfen. Mit “Das haben wir immer schon so gemacht” kann man in Zeiten des umbruches nur eins werden, PLEITE.

  3. BMW hat Elektro-Autos schon früh verstanden und schick umgesetzt: i3….

    …aber leider aus strategischen Überlegungen einer Betonkopfriege in Vorstand und Aufsichtsrat dem Verbrenner-Absatz geopfert. Deshalb hat sich die komplette Entwickler-Ingenieurs-Mannschaft des i3 von Chinesischen, deutschen Gründern (auch Sono Motors) und auch Tesla abwerben lassen – völlig frustiert über Felsbrocken im Weg zur E-Mobilität in einem Unternehmensverbund, der eigentlich optimal strukturiert war. Schließlich ist die Quandt-Familie mit der Batterie-Herstellung eng verbunden. Nach den Verkäufen von Varta (Kleinbatterien an Energizer und Autobatterien an Johnson Control) hat Stephan Quand in SolarWatt (Dresden) investiert um dort ein Komplettpaket mit Solardach-Heimspeicher-Ladetechnologie für Privat, Gewerbe und Industrie aufzubauen. Damit wurde SolarWatt vor der Insolvenz gerettet und ein strategischer Baustein für ein E-mobile Auto-Zukunft gesetzt.

    Doch das Management der BMW-Group bremst massiv ein. Es wurden auch keine Ressourcen geschaffen, um die E-Modelle in großen Stückzahlen herzustellen. Die Strategie läuft zeitlich auf das Ultimatum der EU-Regierung hinaus. D.h. wir werden erst konsequent handeln, wenn wir müssen. Dann aber richtig. So lange wird dem Verbraucher vorgetäuscht, es wäre nicht günstiger mit Strom zu fahren.

  4. Fröhlich/BMW: “Geht man vom aktuellen Stand aus, liegen bei 90 bis 100 kWh Akkupacks die Zellkosten allein bei 17.000 bis 25.000 US-Dollar, so Fröhlich”

    Tesla baut aktuell Akkus (nicht Zellen, sondern komplette Pakete) ein für 125 Dollar/kw/h (beim S105 also in Summe gerade mal 13.125 Dollar = 11.406,60 Euro (Stand 10. Oktober 2018 siehe: https://www.finanzen.net/waehrungsrechner/us-dollar_euro

    Also: Ziemlicher Käse, was der da fröhlich verzapft.

    Und Tesla will dieses Jahr noch die 100 Euro-Marke bei den Akkus knacken!!!

    Und das auch noch mit dem Model 3, das sicherste Auto, das je gebaut wurde.

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