Audi-Finanzvorstand: „Wir müssen die Kritiker in Elektroautos bekommen“

Kritiker müssen in E-Autos einsteigen
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Audi-Finanzvorstand Alexander Seitz sprach in einem Interview mit dem Elektroauto-Magazin Edison über die hohen Investitionen in Elektromobilität, die Zukunft beim autonomen Fahren und wie man Kritiker von Elektroautos überzeugen kann.

Das Investment in Elektroautos und andere Zukunftsthemen wie das autonome Fahren in Höhe von gut 14 Milliarden Euro innerhalb der kommenden fünf Jahre sei „eine gewaltige Größenordnung“, so Seitz. Schließlich handele es sich um einen sehr hohen Betrag angesichts des Gesamtetats von 40 Milliarden Euro. Umso mehr komme es „darauf an, dass wir uns auf das konzentrieren, was für den Kunden einen echten Unterschied macht und im Markt ankommt.“ Audi wolle mit seinen Elektroautos auf Kundenfang gehen und „auch zusätzliche Marktanteile gewinnen“.

Audi achte dabei aber auch „sehr genau auf die Wirtschaftlichkeit. Sowohl für den Kunden, als auch für das Unternehmen im Return of Investment.“ Dabei könne Audi sehr stark von seiner Zugehörigkeit zum Volkswagen-Konzern profitieren: „Die Skaleneffekte, die wir in unserem Konzernverbund realisieren, stimmen mich zuversichtlich“, sagt Seitz in dem Interview.

Seitz ist sich trotz aller Startschwierigkeiten von Elektroautos sicher, dass „die Lust auf die Elektromobilität auch in der Breite kommen“ wird: „Das habe ich an mir selbst gemerkt: Wenn Sie das erste Mal eine längere Zeit mit einem Elektroauto fahren, finden Sie sich sehr schnell in der neuen Welt zurecht – und haben richtig Spaß.“ Die Elektromobilität werde bald „ganz normal und die Befürchtungen, die einige noch haben, verschwinden.“ Wichtig sei es „die Leute – auch die Kritiker – in die Autos bekommen. Dann spricht ein Elektroauto für sich.“

Auf die Batterie mit als wichtigstes Bauteil angesprochen sagt Seitz, dass die modular aufgebauten Batterien in Audi-Elektroautos darauf ausgelegt seien, „sie mit unterschiedlichen Zellen befüllen zu können“. Das erleichtere und erweitere die Auswahl geeigneter Zellhersteller und ermögliche es, schneller auf Fortschritte bei der Batterietechnologie zu reagieren.

Seitz ist es auch wichtig zu betonen, dass ein Audi trotz der Konzernweit verwendbaren MEB-Plattform für Elektroautos immer ein Audi sein werde. Schließlich könne jede Marke die Plattform „selbst anders abstimmen. Etwa für einen VW-Kunden auf Reichweite optimiert, für einen Audi-Kunden auf Fahrdynamik“. Das sei „über das Batterie-Management-System oder auch das Fahrwerk möglich.“

„Die Infrastruktur ist das A und O“

Ähnliches gelte auch für die PPE-Architektur für große und sportliche Elektroautos, die Audi gemeinsam mit Porsche entwickelt: „Porsche will es super-dynamisch, wir aber dann doch mit mehr Komfort für die Langstrecke gepaart mit einem dynamischen Fahrverhalten. Damit sprechen wir einen anderen Kunden an als Porsche.

Eines sei „klar“, wenn es um den Durchbruch von Elektroautos geht: „Die Infrastruktur muss vorangetrieben werden, das ist das A und O“, so Seitz. Auch der Staat müsse „beim Infrastruktur-Aufbau weiter eine aktive Rolle spielen. Das kann nicht von den Autobauern alleine geleistet werden.“ Wenn es zum Beispiel „auch im privaten oder halb-privaten Raum gelingt, die Infrastruktur weiter zu verbessern – sei es als Arbeitgeber oder durch gesetzliche Vorgaben, dass bei Neubauten eine gewisse Anzahl an Wallboxen installiert werden muss – wird das der Elektromobilität einen weiteren Schub geben.“

Quelle: Edison – Audi-Finanzvorstand Seitz: „Keine roten Zahlen mit Elektroautos“

3 Kommentare

  1. So ein Schwachsinn vom Audi Finanzvorstand, Zitat:
    Wichtig sei es „die Leute – auch die Kritiker – in die Autos bekommen. Dann spricht ein Elektroauto für sich.“

    Diesen Spruch kann sich Audi sparen. Mich hätte Audi schon längst überzeugt, wenn sie ein „leistbares“ E-Auto auf den Markt bringen würden! Den Preis von über € 80.000,- für ein vernünftiges E-Auto muss man sich erst einmal leisten können! Verstehe in dieser Hinsicht die deutsche Autoindustrie sowieso nicht. Wahrscheinlich haben da die Ölmultis als Hauptaktionäre zuviel mitzureden, was ja auch logisch ist, die wollen ja weiterhin Sprit verkaufen. Diese Tatsache dann aber so zu verdrehen, als ob die Konsumenten noch nicht reif wären für E-Autos ist eine Frechheit und ich fühle mich definitiv für dumm verkauft!

  2. Uahhahahah!

    Real-Comedy vom Allerfeinsten! Grimme-Preis für Audi!!!

    Erst 20 Jahre lang betrügen, Falschinfos über E-Mobilität und -Autos verbreiten, Journalisten „beeinflussen“, Politiker „beeinflussen“, bis der Stammtisch der ADAC-Leser es glaubt und dann den Autofahrer für seine technische Rückständigkeit und Verbrenner-Liebe kritisieren.

    Wahnsinn!

    Ab in die Heute-Show! Ohne jede Veränderung. Der Schenkelklopfer.

  3. Es muss ein Zulassungsverbot in Europa kommen für Diesel und gleich hinterher für reine Benziner ohne Hybrid.
    Nur so können die Firmen kurriert werden. Nachdem jetzt auch die oberen 10 000 Firmenleute von Audi bemerkt haben, dass E Autofahren schöner, besser und wirtschaftlicher ist, sollen sie es den Kunden an eigenen Produkten zeigen. Aber nicht erst übermorgen………

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