Wie Car2go autonome Carsharing-Flotten plant

Daimler

Die Daimler-Carsharingtochter Car2go bereitet sich konsequent auf die Zukunft des autonomen, voll elektrischen Carsharings in Städten vor. Das Unternehmen hat im Zusammenhang mit dem Web Summit, eine der größten Technologie-Konferenzen der Welt in Lissabon, ein Thesenpapier veröffentlicht, das die wesentlichen fünf Voraussetzungen für die Steuerung autonomer Flotten in der Zukunft aufzeigt.

Für das Carsharing wird der Einsatz autonomer Fahrzeuge, wie etwa der auf der IAA vorgestellte selbstfahrende Smart, ein weiterer Quantensprung sein – vergleichbar mit der Erfindung des free-floating Konzepts im Vergleich zum stationären Carsharing. Fünf Voraussetzungen werden aus der Sicht von Car2go für die optimale Steuerung autonomer Carsharing-Flotten entscheidend sein:

1. Professionelles Flottenmanagement
2. Nachfrage-Vorhersage
3. „Fleet Intelligence“
4. Intelligentes Laden
5. Das beste Kundenerlebnis

„Kaum ein anderes Mobilitäts-Geschäft kann sich so umfangreich auf die Zeit des autonomen Fahrens vorbereiten wie das free-floating Carsharing. Wer autonome Flotten optimal steuern will, muss die Autos genauso managen wie die Software – also über lernende Algorithmen, Big Data und Apps. Wir tun heute schon beides.“- Olivier Reppert, CEO der Car2go Group

Car2go steuert bereits Autoflotten mit 14.000 Fahrzeugen in 26 Städten. Damit sammelt das Unternehmen nicht nur für das reine Flottenmanagement wertvolle Erfahrungen, sondern auch für intelligente Algorithmen zur strategischen Platzierung der Fahrzeuge passend zur Nachfrage. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist die so genannte „Demand Prediction“ – die Vorhersage, wann und wo in Kürze ein Auto gebraucht wird.

Die Vorhersage der Nachfrage ist ein wichtiger Teil der Steuerung autonomer Flotten“, heißt es dazu im Thesenpapier. „Das Herzstück wird aber die so genannte Fleet Intelligence sein.“ Damit wird entschieden, welches Fahrzeug welche Nachfrage bedienen soll. Die Komplexität dieser Steuerungs-Algorithmen ist groß, da der Einsatz jedes Fahrzeugs Auswirkungen auf alle anderen Autos in den Flotten hat.

Autonomes Fahren ist die Zukunft

Das autonome Fahren ist in aller Munde. Vielzählige Automobilhersteller, -zulieferer und Branchenneulinge arbeiten fieberhaft an der Entwicklung selbstfahrender Fahrzeuge. Unternehmen, Städte und Regierungen untersuchen Wege zum Einsatz autonomer Fahrzeuge und starten Pilotversuche. Die Zukunft des Automobils wird autonom sein – daran hat kaum jemand Zweifel.

Für die Städte ist die Zukunftsvision des autonomen Fahrens eine gute Nachricht. Selbstfahrende, vollelektrische Autos werden den innerstädtischen Individualverkehr sauberer, kostengünstiger und sicherer machen. Ein Schlüssel dazu ist die hocheffiziente Nutzung autonomer Flotten, die eine deutlich bessere Auslastung ermöglichen, als das heute im Carsharing und anderen Bereichen der individuellen Mobilität der Fall ist.

Ein Privatfahrzeug steht heutzutage im Durchschnitt mehr als 23 Stunden am Tag ungenutzt herum. Ein Carsharing-Fahrzeug im free-floating-System kommt auf eine fünf- bis sechsmal höhere Auslastung. Ein autonomes Carsharing-Fahrzeug der Zukunft wird nahezu rund um die Uhr in Bewegung sein. Voraussetzung dafür ist eine optimale Steuerung autonomer Carsharing-Flotten in der Zukunft. Dafür werden schon heute die Weichen gestellt.

Das ausführliche Thesenpapier steht hier als PDF zum Download zur Verfügung.

Quelle: Daimler – Pressemitteilung vom 7.11.2017

Ein Kommentar

  1. Meiner Meinung nach ist die Zukunft NICHT autonomes fahren. Das hätten wohl gerne ein paar Funktionäre, die Geschäft wittern.
    Gerade in Deutschland will man sich seinen Individualverkehr doch nicht nehmen lassen. Will ich gefahren werden, nehme ich öffentliche Verkehrsmittel oder einen Chauffeur… au jeden Fall sitzt am Steuer aber immer ein Mensch. Außerdem gibt die aktuelle Gesetzgebung ja autonomes fahren auf öffentlichen Straßen noch gar nicht her. Und zu gutter Letzt darf man auch nicht vergessen, dass der Feierabendverkehr nur deswegen überhaupt noch einigermaßen fließt, weil so mancher eben nicht permanent zu 100% gesetzeskonform fährt, manch Anderer auch mal freiwillig auf seine Vorfahrt verzichtet, wieder andere provokant die Vorfahrt Anderer ignorieren, zu schnell fahren etc. etc. Der Faktor Mensch wird wohl niemals zuverlässig weg zu programmieren sein.
    Solange nicht ALLE am Straßenverkehr beteiligten Kraftfahrzeuge unter einander kommunizieren, ist m.E. autonomes fahren ohnehin undenkbar. Ein autonom fahrendes Fahrzeug wird immer seiner Programmierung folgen, die selbstverständlich gesetzes- und regelkonform ist… sein muss. Ich bin gespannt was auf deutschen Straßen im Feierabendverkehr los ist, wenn sich Autos auf der Autobahn in kleinste Lücken im kriechenden Verkehr einfädeln, wenn Motorradfahrer (oh ja, mein Moped soll auch autonom fahren) mitmischen, ein Radfahrer den fließenden Verkehr ignorierend eunfach vom radweg auf die Straße rollt… Und kann Software hinreichend erkennen und entscheiden, ob ich das vor ihr plötzlich auftauchende „Hindernis“ ein Wildschwein oder ein Mensch ist, und wann ich das „Hindernis“ lieber überfahre oder in den Graben bzw. Gegenverkehr ausweiche…?
    Bis eine Software so intelligent ist, dass sie wirklich immer die richtige Entscheidung trifft die – um Leben zu retten – möglicherweise auch mal ein Beschleunigungsmanöver weg aus der Gefahrenzone, hin in Richtung einer leeren Straße, dafür aber mit dem anderthalbfachen der erlaubten Geschwindigkeit erfordert, wird es wohl noch sehr lange dauern.
    Und dann macht es plopp, eine Taube sch…t einen Sensor zu und schon ist es um die schöne Zuverlässigkeit doch wieder geschehen…

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