Das Elektroauto, keine eierlegende Wollmilchsau!

E-Auto keine eierlegende Wollmilchsau

Copyright Abbildung(en): shutterstock / Lizenzfreie Stockfotonummer: 1379424257

Fast täglich keimen Diskussionen über das E-Auto als Alternative zum Verbrenner auf. Doch es scheint nicht alles grün, was glänzt. Schmutzige Diesel, Feinstaubdiskussionen sowie der notwendige Wandel der Mobilität heizen die Gespräche weiter auf. Auch aus der Politik kommen Diskussionen hoch. So steht die CSU fest zu ihrer Aussage, dass ein Diesel-Ausstieg nicht verhandelbar ist, die Grünen allerdings wollen sich nur an einer Regierungskoalition beteiligen, die das Ende der Ära des fossilen Verbrennungsmotors einleitet.

Elektroauto doch keine eierlegende Wollmilchsau?

All diese Punkte tragen dazu bei, dass das Elektroauto derzeit als eierlegende Wollmilchsau betrachtet wird. Ganz so simpel ist es dann allerdings doch nicht. Geht es nach Albert Albers, Leiter am Institut für Produktentwicklung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), ist die Batterietechnologie ein mögliches Element künftiger Mobilität, wird aber keine flächendeckende Lösung sein. Vielmehr wird es auf einen breiten Mix an Antriebstechnologien herauslaufen. Gerade im Bereich der Verbrennungsmotoren sieht dieser keinen Rückgang, sondern durch stetig weiter optimierte Technik bis 2030 eine Zunahme.

Betrachtet man die Diskussion um die CO2-Bilanz von Elektroautos auf Basis des heutigen Strommix in Deutschland, würde ein moderner, optimierter Diesel-Motor besser abschneiden, so Albers. Verantwortlich sei hierfür die Tatsache, dass mehr als 40 Prozent des deutschen Stroms aus Braun- und Steinkohle gewonnen wird. Genau dies ist der Knackpunkt, denn E-Autos sind nur so umweltfreundlich, wie der Strom aus dem sie angetrieben werden.

Wobei ich zumindest persönlich der Überzeugung bin, dass bei dem reinen Vergleich der CO2-Bilanz nicht nur Diesel- gegen Elektroauto inkl. Stromquelle betrachtet werden darf. Auch der Diesel beziehungsweise das Benzin muss gefördert, bearbeitet und von A nach B gebracht werden. Sollte in Hinblick auf die CO2-Bilanz eben auch nicht außen vor gelassen werden. Grundsätzlich ist ein entsprechender Vergleich natürlich schwierig, da die dafür notwendigen Daten aktuell an keiner einzigen Stelle aufschlagen.

Blick auf die gesamte Produktionskette notwendig

Das Heidelberger Institut für Energie- und Umweltforschung hat zumindest einen Blick auf die gesamte Produktionskette geworfen. Kommt dann aber auch zum Urteil, dass die Ökobilanz noch schlechter ausfällt, vor allem verursacht durch die Themen Feinstaub und Rohstoffaufwand. Selbst mit fortschreitender Energiewende würde laut dem Institut ein Elektroauto im Jahr 2030 rund 185 Gramm an CO2 verursachen.

Besteht allerdings noch Potenzial die alternative Stromgewinnung grüner und ökobilanztechnisch positiver zu gestalten, ist eine vergleichbare positive Entwicklungen auf Seite der konventionellen Kraftstoffe eher unwahrscheinlich. Der Einsatz von Biokraftstoffen stagniert und ist aufgrund möglicher direkter und indirekter Landnutzungsänderungen auch problematisch. Zukünftig könnte sich bei den Kraftstoffen die Bilanz durch Einsatz von Kraftstoffen aus unkonventionellen Vorkommen (z.B. Teersanden) sogar verschlechtern.

Ein weiteres Problem ist allerdings bei E-Fahrzeugen der Akku. Stand heute ist die Energiedichte eher gering, der Preis hoch und zudem altern die Batterien schnell. Dies verursacht, dass die ohnehin nicht große Reichweite mit zunehmenden Ladezyklen abnimmt. Aber hier haben wir bereits festgestellt, dass sich auf diesem Gebiet einiges bewegt. Die Experten des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung gehen davon aus, dass sich die Energiedichte bis 2030 verdoppeln wird.

Es zeigt sich also, dass das umweltfreundliche E-Auto, zumindest in dem Ausmaß wie wir es gerne sehen würden, in den nächsten ein, zwei Jahren wohl noch nicht auf die Straße kommt. Daher ist es wichtig zu verstehen, dass Mobilität nicht nur schwarz-weiß funktioniert. Man muss der neuen Technologie Zeit geben und sich zumindest nicht verschließen.

Zudem wäre es wünschenswert einen objektiven Vergleich von E-Fahrzeugen zu Diesel-Fahrzeugen vorgelegt zu bekommen, keiner der weder von der einen, noch von der anderen Seite subjektiv in die “richtige” Richtung gedrückt wurde…

Quelle: Schwäbisches Tagblatt – Wie umweltfreundlich ist das Elektroauto?

Newsletter abonnieren

Montag, Mittwoch und Freitag die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.

Dir gefällt dieser Beitrag? Teilen auf

Diese News könnten dich auch interessieren:

4 Antworten

  1. Wieder dieser Unsinn mit dem Strommix. Was kann denn das Auto dafür, wenn hier in Deutschland immer noch eine völlig veraltete Stromproduktion per Kohle angewandt wird. Ganz nebenbei wird dazu auch Kohle aus Australien verwendet. Blöder geht’s wohl kaum. Sofort abschalten.
    Jeder, der ein Elektroauto fährt, hat zuhause ein grünen Stromtarif. Jede Ladesäule wird mit Ökostrom gespeist. Wo, bitte schön, soll denn da konventioneller Strom ins Fahrzeug kommen.
    Wieviel CO2 produziert denn der Fernseher oder der Kühlschrank? Ja, da denkt niemand dran.
    Auch Akkus können mit Ökostrom hergestellt werden wie es in Teslas Gigafactory stattfindet.
    Außerdem wird in diesen CO2-Berechnungen immer neuer Rohstoff berechnet. Das ist falsch. Rohstoff wie Aluminium oder Kupfer muss nur einmal gefördert werden und verbraucht sich nicht. Wiederverwendeter Rohstoff kostet nur noch einen Bruchteil davon.
    Batterien nutzen sich nicht so schnell ab wie man denkt. Unsere Handyakkus sind ein viel größeres Problem, denn die Ladesoftware der Handys sorgt dafür, dass der Akku tatsächlich nach maximal 2 Jahren kaputt ist. Dann werden sie weggeworfen, weil fest verbaut. Hier sollte eingeschritten werden.
    Tesla schätzt die Restkapazität seiner Akkus auf 80% nach 840.000 km !!. Da stellt sich eher die Frage, ob man dem Akku schon ein neues Auto verpasst hat.
    Die bezahlten Spezialisten vom KIT sagen halt alles, wenn nur der Preis stimmt.
    Abgesehen von CO2-Bilanzen, an denen niemand stirbt, sondern im schlimmsten der Treibhauseffekt voran getrieben wird, emittieren Fahrzeuge mit Auspuff ein Abgas und das ist giftig. Dieses Gift tötet in Deutschland 3mal so viel Menschen wie die Unfälle.
    Das bekommt man auch nicht sauber, egal sehr man filtert und katalysiert und nachverbrennt. Es wird immer giftig bleiben.
    Man kann die Öffnung des Auspuffs ja verpflichtend vorne einbauen. Schauen wir mal, wer ständig in seinem eigenen Abgas sitzen will.
    Auch Wasser aus Brennstoffzellenautos ist nur bedingt besser. Aus deren Auspuff kommt 80° heißes Wasser, kein Dampf. Sämtliche Antriebsenergie aus Wasserstoff gewonnen, dürfte das städtische Mikroklima in ein ständiges Regengebiet umwandeln. Glaube, das will auch niemand.
    Dekarbonisierung und 100%ige Umstellung auf elektrische Energie ist das Ziel. Ende dieses Jahrhunderts, am besten schon früher, gibt es Kohlenstoffreaktionen nur noch bei Lebensvorgängen und am Holzkohlegrill.
    Also nicht an alten Zöpfen festhalten, nicht den bezahlten Drittmittelstudien von KIT und Fraunhofer glauben.
    Elektrische Autos, elektrisch Heizungen, Wärmepumpen etc. werden mit sauberer Stromherstellung immer sauberer, Verbrenner, Heizkessel auch Gasheizungen bleiben immer Dreckschleudern.
    Von den globalen, sozialen Schäden, die die fossil, nukleare Energiewirtschaft verursacht hat, will ich gar nicht anfangen.

  2. Ich kann dem obigen Kommentar 100 % zustimmen: “Also nicht an alten Zöpfen festhalten, nicht den bezahlten Drittmittelstudien von KIT und Fraunhofer glauben”. Der “Strommix” ist kein relevantes Argument gegen das Elektroauto an sich, und beruht auf einer zurückschauenden Perspektive, anstelle nach vorne zu schauen. Mit Hinblick auf das Klimaproblem, eilt es sehr, mit dem Übergang zum elektrischen Transport rasch voranzukommen – es ist quasi “5 vor 12”.

  3. Selten so ein schlechter Artikel gelesen.
    Man muss beim Elektroantrieb den Motor vom Energiespeicher trennen und auch getrennt betrachten. Der Elektromotor als Antriebsaggregat ist jedem Verbrenner in jeder Hinsicht weit überlegen (Effizienz, Dynamikbereich, Komplexität, Haltbarkeit … ). Einzig die Frage nach dem Energiespeicher kann nicht immer eindeutig beantwortet werden. Für Pendler ist sicher die Batterie der Speicher der Wahl welcher auch mit intelligenten Stromnetzen Lastspitzen abfedern kann (Ideal natürlich noch mit eigener PV Anlage). Ob für Vertreter oder Dauerlangstrecken-Fahrten nicht doch ein Wasserstofftank mit Brennstoffzelle hier ein besserer Ansatz ist muss man noch sehen. Wichtige Punkte sind hier, dass die Wasserstoffherstellung zwar sehr Energieintensiv und mit hohen Verlusten behaftet ist, sie können aber auch zur Abfederung hoher Stromproduktion der Netze dienen. Alles läuft jedoch auf intelligente Netze hinaus welche notwendig sind dieses Thema zu befeuern.
    Ich sehe hier kein einziges Argument für den Verbrenner. Und ich bin mir sehr sicher, dass selbst das schmutzigste Kraftwerk sauberer ist als ein Verbrennungsmotor im dynamischen Lastbetreib unter Realbedingungen! Wen hat denn hier das KIT für diesen Artikel bezahlt?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).