Wie die Stadt Essen ihre Mobilität leiser, sauberer und nachhaltiger bekommen will

Copyright Abbildung(en): Ruhrbahn

Die Stadt Essen will eine neue, nachhaltigere Mobilität. Dafür sind mehrere Maßnahmen geplant, unter anderem Elektrotaxis und Elektrobusse, wie Umweltdezernentin Simone Raskob auf einer Veranstaltung über die Folgen des Dieselskandals für Essen mitteilte. „In der kommenden Woche wollen wir darüber Gespräche mit den Essener Taxi-Unternehmen beginnen“, sagte Raskob der Neuen Ruhr Zeitung (NRZ) zufolge. Als erster Anreiz für einen Umstieg auf Elektroautos wird in den kommenden Tagen gegenüber des Taxi-Stands am Essener Hauptbahnhof eine Schnell-Ladestation für Elektroautos eröffnet werden.

Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer ist zudem an einem weiteren Projekt zur Realisierung von E-Taxis auf Essens Straßen beteiligt. Der Zeitung zufolge plant er, eine Kooperation mit der britischen London Electric Vehicle Company (LEVC) einzugehen, welche die traditionellen, als „Black Cabs“ bekannten schwarzen Taxis als Elektroautos neu aufgelegt hat. In London sollen bis Ende des Jahres bereits 150 der Elektrotaxis unterwegs sein. Dudenhöffer findet, dass es auch „dem Ruhrgebiet gut zu Gesicht stehen würde, hier eine Vorreiter-Rolle anzunehmen“. Aktuell sei er damit beschäftigt, eine entsprechende Finanzierung auf die Beine zu stellen, und führe dazu Gespräche mit Land und Bund.

Im Essener Konzept für eine nachhaltige Mobilität, das auch Carsharing und einen neuen Radverkehrsplan beinhaltet, sollen auch Elektrobusse eine Rolle spielen. Raskob hoffe der Zeitung zufolge auf eine großzügige finanzielle Förderung in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrags, damit sich die Stadt Elektrobusse, die mit etwa 640.000 Euro zwei- bis dreimal so teuer sind wie herkömmliche Dieselbusse, auch leisten kann.

Mobilstationen erweitern Mobilitätsangebot

Eine weitere innovative und effiziente Maßnahme, damit Essen von Lärm und Verschmutzung befreit, der Mobilität neue Dynamik verliehen und die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger verbessert wird, sollen Mobilstationen sein. Dabei handelt es sich um zentral gelegene Verknüpfungspunkte, an denen neben dem ÖPNV auch weitere öffentlich zugängliche Verkehrsangebote wie Leihfahrrad, Carsharing und Taxi zur Verfügung stehen.

Zudem findet man an diesen Orten sichere Abstellmöglichkeiten für das eigene Fahrrad sowie eine hilfreiche Übersicht der Mobilitätsangebote in der Nähe. Am Verkehrsplatz Steele, die zweite Essener Mobilstation, gibt es täglich 20.000 Ein-, Aus- und Umstiege – ein Carsharing-Angebot gab es dort vorher nicht.

Die Zusammenführung der Verkehrsmittel an einem Ort soll den Wechsel zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln für den Kunden einfacher und komfortabler machen: Mit der Straßenbahn in die Innenstadt, mit dem Carsharing-Auto zum Einkaufen, mit dem Leihfahrrad einen Ausflug machen oder mit dem Fahrrad von zu Hause zur Haltestelle, es sicher abstellen, mit der Straßenbahn weiter ans Ziel.

Die räumliche Zusammenführung der Verkehrsangebote geht mit der digitalen Verknüpfung einher: In der App Essen Mobil gibt es zu allen Verkehrsmitteln Informationen und die Möglichkeit, Tickets zu kaufen oder beispielsweise Leihfahrräder und Carsharing-Fahrzeuge zu buchen.

Mobilitätsdienstleister für die Region

In einem Pilotprojekt der Ruhrbahn werden mehrere Mobilstationen an zentralen Orten entwickelt. Die erste Mobilstation am Landgericht wurde bereits im Juli eröffnet – sie wurde von Anfang an gut angenommen und genutzt. Auch der zukünftige Nahverkehrsplan, der derzeit politisch beraten wird, weist der Ruhrbahn die Rolle eines Mobilitätsdienstleisters zu.

Der Nahverkehrsplan führt in seinem Zielkonzept 2025 Grundlagen zur Entwicklung der multi- und intermodalen Mobilitätsangebote auf, hierzu zählt auch die Weiterentwicklung von Mobilstationen. Der Bau der Mobilstationen wird gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB).

Quellen: NRZ – In Essen sollen bald elektrisch betriebene Taxis fahren /// Stadt Essen – Pressemitteilung vom 19.09.2017

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2 Antworten

  1. Aha… gerade die Stadt Essen…die es noch nichtmals schafft die wenigen Ladeplätze in Essen so auszustatten das sie nicht von Verbrennen genutzt werden können.

    Was ? Ja.. Richtig gehört. Die meisten Ladeplätze sind normale Parkplätze und werden fürs einfache Parken genutzt! Und es gibt auch bei den Meisten keine Zeitbegrenzung…..morgens daraufstellen und Schnarchladen….auch die alten Amperas von Ruhrauto!
    Grüne Hauptstadt und so ein Schmarrn. Bei einer Nachfrage bei Innogy,die die Ladesäülen betreibt heißt es, sind wir nicht zuständig ,das macht die Stadt’. Und die Stadt sieht keinen Handlungsbedarf…, es sind ja noch nicht sooooo viele EAutos in Essen angemeldet’..

    Gute Nacht…

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