Renault Symbioz – die Studie im Detail betrachtet

Renault

Bereits gut eine Woche vor der IAA 2017 haben wir hier bei Elektroauto-News.net einen gemeinsamen Blick auf die Renault Studie Symbioz geworfen. Zum damaligen Zeitpunkt gab es nicht wirklich viel zu sehen, lediglich ein Anschnitt des Hecks war zu erahnen. Seit Beginn der IAA in Frankfurt wissen wir nun mehr, daher möchte ich es mir nicht nehmen lassen die aktuelle Renault Studie im Detail zu betrachten.

Vorab, das Renault Concept Car Symbioz ist nicht nur als futuristisches Konzept eines Autos zu sehen, sondern auch als integraler und funktionaler Bestandteil eines futuristischen Konzepthauses. Auf der IAA in Frankfurt konnte ich mir sowohl Haus und Automobil aus der Nähe ansehen und einen Blick darauf werfen, wie sich Renault die Einbindung autonomer, vernetzter und elektrischer Mobilität ab 2030 vorstellt. Das Concept Car selbst könnte so, wahrscheinlich eher abgewandelt, bereits ab 2023 auf die Straße kommen. Erste Straßentestes sind bereits für 2017 geplant.

Symbiose von Fahrzeug und Eigenheim – ist das die Zukunft?

Im von Renault vorgestellten Konzept verschmelzen Symbioz und das eigene Zuhause zu einer funktionalen Einheit. Sowohl Concept Car, als auch die heimischen vier Wände tragen zum komfortablen und individuellen Wohn- und Lebenserlebnis bei. Möglich wird dies dadurch, dass eine engmaschige Verknüpfung besteht und sowohl Energiemanagement, als auch der Informationsfluss zu sämtlichen Parametern des Alltags geteilt wird. Auch das Design ist sichtbar aneinander angelehnt, um das Verschmilzen der beiden Einheiten auch optisch darzustellen.

Renault Symbioz – das etwas andere Concept Car

Der Renault Symbioz kommt mit einer Länge von 4,7 Metern und einer Breite von 1,98 Metern daher, mit diesen Maßen kann man ihn in die Klasse einer gehobenen Limousine einordnen. Die Höhe von 1,35 Meter entspricht jedoch derjenigen eines Sportwagens. Auch optisch grenzt er sich mit seinen weit öffnenden und weitgehend transparenten Türen von der klassischen Limousine ab. Aber gerade dieses Auftreten gestattet es dem Symbioz sich nahtlos in den Wohnraum des Renault Konzepthaus einzubinden.

Im Konzepthaus gestattet eine mobile Plattform es, dass der Symbioz bis ins Obergeschoss transportiert wird. Dort können die Hausbewohner ihn dann auf der Terrasse als gemütlichen Rückzugsort zur Entspannung oder als abgeschlossene Kapsel zum konzentrierten Arbeiten nutzen. Alternativ ist auch eine Einbindung im Erdgeschoss möglich, wo er dann als Wohn- und Durchgangsraum dient, den die Bewohner als Treffpunkt und zum Austausch nutzen können.

Optisch merkt man dem Symbioz an, dass er ein paar Jahre weiter in der Zukunft lebt. Architektonische Linienführung wird mit der klassischen Formensprache eines Automobils verbunden. Lichtdurchflutete Innenräume dank maximaler Lichtdurchlässigkeit lassen ihn offen und frei wirken.

Das Chassis setzt auf kupferfarbener Kohlefaser, die im Frontbereich und an den Flanken glänzend gehalten sind und somit zu dem matt getönten Heck einen spannenden Kontrast bilden. Das Fahrzeugheck bestimmen darüber hinaus die vertikalen, flügelförmigen Steuereinheiten, in denen die Sensoren und Kameras für die autonomen Fahrfunktionen untergebracht sind.

Auffällig sind bei der Betrachtung des Concept Cars sicherlich auch die Felgen des Symbioz, diese erinnern mit ihrer filigranen und aerodynamischen Form an Fahrradspeichen. Die speziell von Michelin entwickelten Slimline-Reifen steigern die Energieeffizienz des Symbioz zusätzlich.

Der Verzicht auf die B-Säule gestaltet den Zugang zum Fahrzeug noch großzügiger, gerade im Zusammenspiel mit den gegenläufigen Türen ein Pluspunkt. Der Einstieg an sich sollte eh kein Problem darstellen, da man als Passagier nur auf den automatisch schwenkbaren Sitzen Platz nehmen muss und dann bequem im Inneren des Fahrzeugs landet.

Das Interieur erinnert durch den Einsatz von Filz, Holz, Marmor und Porzellan an die eigenen Wohnräume des Renault Konzepthauses und strahlen dennoch eine zeitlos Eleganz aus. Stets mit dem Ziel im Hinterkopf, dem Passagier die maximale Entspannung zu bieten, während die autonomen Fahrsysteme den Transfer zum gewünschten Ziel durchführen. Unterstützt wird dies dadurch, dass sobald der autonome Modus eingeschaltet wird, Lenkrad und Lenksäule unter der Armaturentafel verschwinden, während die Pedale und das breite Glasdisplay um 15 Zentimeter nach außen fahren. Dadurch gewinnt der Fahrer an Raum, um an einem Bildschirm zu arbeiten oder ein Buch zu lesen.

Reisen mehrere Personen mit dem Symbioz, können Fahrer und Beifahrer ihre Sitze um 180 Grad schwenken und sich den Passagieren der zweiten Reihe zuwenden. Der ausklappende Marmor-Metalltisch lässt dann vollkommen vergessen, dass man nicht in einem Fahrzeug sitzt. Die Steuerung sekundärer Fahrzeugfunktionen wie die Klimaregelung, Musikauswahl und Lautstärke erfolgt über kleine, in den Sicherheitsgurten integrierten Touchscreens.

Verknüpfung des gemeinsamen Energiemanagements von Concept Car und Concept House

Die Studie Symbioz und das Konzepthaus sind über das intelligente Stromnetz, das sogenannte Smart Grid, ständig miteinander verbunden und profitieren vom gemeinsamen Energiemanagement. Hierbei hat man darauf geachtet, dass das System auf langfristige Energieeffizienz ausgelegt ist. Der Stromfluss wird den Bedürfnissen der Hausbewohner gesteuert. Dies zeigt sich beispielsweise dadurch, dass wenn innerhalb der kommenden 48 Stunden keine längeren Fahrten vorprogrammiert sind, die Batterie des Symbioz lediglich eine Mindestladung für Kurzstrecken aufrechterhalten.

Die restliche Energie fließt in das Hausnetz ein und kann beispielsweise in Zeiten hohen Verbrauchs für Beleuchtung, Bildschirme oder Haushaltsgeräte verwendet werden. Ist nun allerdings eine längere Wochenendeausfahrt geplant, werden die Batterien des Symbioz von Freitag auf Samstag voll aufgeladen, während gleichzeitig die Heizung im Haus runter geregelt wird. Ein Bildschirm im Haus informiert jederzeit über den Energiestatus.

Ein Blick auf die technischen Daten des Concept Car Symbioz von Renault

Autnomes Fahren und die digitale Vernetzung des Symbioz, auch im Zusammenspiel mit anderen Fahrzeugen habe ich Mal außen vor gelassen. Dazu kann man sicherlich mehr in entsprechenden Fachblogs lesen. Wir werfen nun lieber einen Blick auf die technischen Daten des Concept Car Symbioz von Renault.

Der Symbioz Concept Car basiert auf einer komplett neu entwickelten Plattform für Elektrofahrzeuge – eventuell eine der Plattformen die im Rahmen der Alliance 2022 von Nissan, Renault und Mitsubishi angekündigt wurde. Angetrieben wird das Fahrzeug durch zwei gewichtsoptimierte Elektromotoren mit Permanentmagnet. Beide E-Motoren befinden sich direkt an der Hinterachse und leiten ihre Kraft jeweils getrennt an ein Hinterrad. Hierdurch macht sich Renault den Vorteil einer optimalen Traktion zu Nutze.

Denn durch den doppelten Heckantrieb entfallen störende Antriebseinflüsse auf die Lenkung. Schließlich lässt sich je nach Fahrsituation ein unterschiedliches Drehmoment an die Antriebsräder übertragen. Weiterhin wird durch dieses Antriebskonzept ein niedrigerer Schwerpunkt und dadurch mehr Fahrdynamik ermöglicht.

Beide Elektromotoren leisten zusammen 500 kW/680 PS, mobilisieren ein Maximaldrehmoment von 660 Nm und beschleunigen die Studie in weniger als sechs Sekunden von 0 auf 100 km/h. 500 Kilometer Reichweite sollen mit den 72 kWh-Batterien des Konzeptfahrzeugs möglich sein. Durch Induktion können diese in nur 20 Minuten auf 80 Prozent ihrer Kapazität geladen werden. Renault plant, dass sowohl Reichweite als auch Leistung und Ladezeit bis 2030 weiter gesteigert werden.

Quelle: Renault – Pressemitteilung vom 12.09.2017

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