Im Nissan Leaf nach Asien: Erstes Elektroauto schafft Mongol Rally

Copyright Abbildung(en): Nissan

Im Elektroauto von Europa nach Asien: Das Team Plug In Adventures, bestehend aus Chris Ramsey mit seiner Frau Julie, wagte den Selbstversuch und startete mit einem Nissan Leaf bei der Mongol Rally. Die abenteuerreiche Langstrecken-Rallye führte über knapp 16.000 Kilometer von Großbritannien über die Mongolei bis nach Sibirien. Ein Elektroauto war in diesem Jahr erstmals dabei und erreichte am 9. September das Ziel in der russischen Stadt Ulan-Ude im südöstlichen Sibirien.

Auf ihrer Fahrt mussten die Piloten den Leaf 111 mal nachladen – unter anderem an Bars, Cafés, Hotels und Hostels, einem Friseurladen, einer Poststation, an Werkstätten und Autohändlern, einem Traktorhändler, einem Polizeirevier und drei Feuerwehrhäusern in Russland -, wobei die Kosten hierfür insgesamt nur knapp 100 Euro betrugen. Bis auf einen Plattfuß inklusive kaputter Felge, einen verlorenen Schmutzfänger und einige geklaute Aufkleber gab es keine weiteren Zwischenfälle.

„Es gab viele Leute, die mir gesagt haben, dass ein Elektroauto nicht zu solchen Langstrecken fähig ist. Nun nach Tausenden von Kilometern quasi ohne Probleme kann ich Ihnen sagen: Das ist nicht der Fall. Die Fahrt war ein Abenteuer fürs Leben und ich kann es kaum glauben, dass wir jetzt am Ziel sind. Wir sind emissionsfrei nur mit Elektrokraft durch unzählige Länder gereist. Ich bin begeistert, ekstatisch, ein bisschen erschöpft, aber auch völlig elektrisiert!“ Chris Ramsey, Plug In Adventures.

Die 2011 von Chris Ramsey ins Leben gerufene Initiative Plug In Adventures ist ein Zusammenschluss von Abenteurern und Freunden der Elektromobilität. Mit ungewöhnlichen Aktionen machen sie seitdem auf die alternative Antriebstechnik aufmerksam. So fuhren sie im September 2015 innerhalb von nur zwei Tagen von der Nord- zur Südspitze Großbritanniens und wieder zurück: Für die knapp 2.660 Kilometer lange Strecke wurden ausschließlich öffentlich zugängliche Ladestationen genutzt.

Nissan

Ein Nissan Leaf fürs Grobe

Bei der Mongol Rally startete das Team mit einem Nissan Leaf AT-EV (All Terrain Electric Vehicle): Das geländetaugliche Elektroauto basiert auf dem klassischen Nissan Leaf mit 30-kWh-Batterie und bietet so eine Reichweite von bis zu 250 Kilometern pro Ladung.

Um jedoch die Herausforderungen der Langstreckenfahrt zu meistern, wurde die Familienlimousine gezielt modifiziert: Für eine bessere Leistung abseits asphaltierter Straßen ist der Leaf AT-EV auf besonders widerstandsfähigen Rädern und Reifen unterwegs. Geschweißte Platten unter den Querlenkern, geflochtene Bremsleitungen, Schmutzfänger und ein sechs Millimeter starker Aluminium-Wannenschutz geben zusätzliche Sicherheit im rauen Gelände. Auf dem Dach findet sich neben einem Gepäckträger ein leistungsstarker LED-Spotbalken, der Licht in die Dunkelheit bringt.

Nissan

Da die Mongol Rally nicht auf Zeit gefahren wird, ist für die Fahrer ein möglichst hoher Langstreckenkomfort wünschenswert. Um Gewicht zu sparen und mehr Platz zu schaffen, hat Plug In Adventures deshalb in Zusammenarbeit mit den britischen Spezialisten der RML Group auch das Interieur des Leaf angepasst. Während vorn mit Ausnahme von Gummifußmatten alles unverändert blieb, wurde die zweite Sitzreihe vollständig entfernt. Dadurch sinkt das Gewicht um 32 Kilogramm. Im Kofferraum sind ein Feuerlöscher und ein Erste-Hilfe-Kit befestigt.

Quellen: Nissan – Pressemitteilungen vom 27.04.2017 und 11.09.2017

Über den Autor

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Womit eindrucksvoll bewiesen wurde, dass selbst in Sibirien und der Mongolei der technische Standard höher ist als in Deutschland.

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