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McKinsey-Studie E-Trucks- und Busse bald auf Diesel-Niveau

Symbolbild
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Wer die vergangenen Tage hier auf Elektroauto-News.net oder auch auf anderen Webseiten rund um das Thema Elektromobilität vorbeigeschaut hat, dem dürfte aufgefallen sein, dass nicht nur PKWs die Nachrichten und Neuigkeiten bestimmen. Gerade Elektrobusse sowie Elektro-LKWs oder auch E-Trucks genannt rücken in den Vordergrund. Mag sicherlich daran liegen, dass Elon Musk Ende Oktober den elektrischen Sattelschlepper von Tesla vorstellen möchte. Ob ihm der gleiche Erfolg wie damals mit seinem ersten Tesla Elektroauto gelingt, ist fraglich.

Dennoch bewegt sich auch bei anderen Herstellern etwas, denn Transportlogistik spielt in unserer Zeit, in der auf jeden Cent geachtet, Wege optimiert und zum günstigsten Preis getankt wird eine große Rolle. So hat Daimler beispielsweise die Serienproduktion des Elektro-Lkw FUSO eCanter gestartet, Porsche testet reine elektrische 40-Tonner im innerbetrieblichen Verkehr und auch MAN setzt auf Elektromobilität bei Güter- und Personentransporter. Auch im Personenverkehr bewegt sich einiges. Gerade die Neuigkeiten aus der Elektrobus-Front wussten die vergangenen Tage für Aufsehen zu sorgen.

Geht es nach der Unternehmensberatung McKinsey, die sich dieses Geschäftsfeld genau angeschaut hat, ergeben sich folgende Erkenntnisse:

  • Kleine Elektro-Lkw bis 7,5 Tonnen schon heute mit dem Diesel auf Augenhöhe - der effektivste Einsatzbereich liegt bei rund 200 Kilometern Fahrleistung/Tag
  • elektrische Stadtbusse im schweren Segment (ab 16 Tonnen) werden zwischen 2023 und 2025 Kostenparität zu Dieselbussen erreichen

Genau lässt sich noch nicht sagen, wie stark sich technische Verbesserung wie eine höhere Batteriedichte auf die Gesamtlebenszykluskosten auswirken. Das damit die Attraktivität gegenüber Dieselfahrzeugen gesteigert werden kann ist nachvollziehbar. Allerdings hängt dies auch stark vom Einsatzgebiet ab. Geht man beispielsweise um eine Verbesserung der Gesamtlebenszykluskosten um 5 Prozent aus, bedeutet das beim innerstädtischen Einsatz eine Verschiebung der Kostenparität um drei bis vier Jahre. Bei Fahrzeugen, die auf langen Strecken außerhalb der Stadt unterwegs sind, fällt die Verschiebung nicht so deutlich aus.

Zudem steht neben den derzeitigen Anschaffungskosten eines E-LKW oder Elektrobus noch eine andere Herausforderung im Raum, das Ladeproblem der Batterie. Denn eine 1.000 Kwh-Batterie, wie sie wohl in solch großen Fahrzeugen zum Einsatz kommen wird, benötigt selbst an einer Schnellladestation rund 8 Stunden, bis sie wieder voll ist. Es muss sich also auch etwas in diesem Bereich bewegen, um die Fahrzeuge für Langstrecken interessanter zu machen.

Dennoch geht man bei McKinsey davon aus, dass der Marktanteil von batterieelektrischen leichten und mittelschweren Nutzfahrzeuge bis 2030 in einigen Märkten sogar größer sein wird als der von elektrischen Pkw. Wie stark die Wachstumskurve in diesem Bereich ist, wird direkt durch die Städte bestimmt. Entschließt man sich dort die eigenen Stadt-Flotten an Nutzfahrzeugen auf elektrischen Antrieb umzustellen, wird dies für ein deutliches Wachstum sorgen.

So nennen die Studienautoren für 2030 Marktanteile zwischen 15 bis 34 Prozent bei verschärften Diesel-Regulierungen – und 8 bis 27 Prozent für den Fall, dass Diesel-Nutzfahrzeugen noch über einen längeren Zeitraum die Einfahrt in Innenstädte gewährt wird. Wobei gerade News wie: „Niederlande: Keine neuen Verbrenner nach 2030“ deutlich aufzeigen, wohin die Reise geht. Denn immer mehr Großstädte scheinen hier nachzuziehen.

Die Studie von McKinsey gibt zudem wieder, dass in China im Jahr 2016 schon mehr als 30 Prozent der neu zugelassenen Stadtbusse elektrisch unterwegs waren. Zukünftig soll diese Zahl, aufgrund der strengen Abgasvorschriften für Innenstädte weiter steigen – bestes Beispiel ist die Tatsache, dass bis 2020 10.000 Elektrobusse in Peking unterwegs sein sollen. Auf Grundlage dieses Anstiegs in naher Zukunft, geht die Studie ebenfalls davon aus, dass elektrische Stadtbusse dort noch vor 2024 Kostenparität mit Verbrenner-Modellen in der Gesamtkostenbetrachtung (TTC) erreichen und 2030 schon die Hälfte aller Busse in chinesischen Großstädten elektrisch fahren.

Quelle: Automobilwoche.de – McKinsey-Studie E-Trucks- und Busse: Kostenparität mit Diesel teils schon jetzt gegeben

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