London geht weiter gegen Verbrenner vor

London geht gegen Verbrenner vor
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Seit dem gestrigen Montag werden Londons Autofahrer zur Kasse gebeten, zumindest ein Teil davon. So müssen seit diesem Tag Halter älterer Diesel- und Benziner-Fahrzeuge, die die Abgasnorm Euro 4 nicht erfüllen, eine zusätzliche Abgabe von zehn Pfund zahlen, wenn sie in die Innenstadt fahren. Gesetzlich geregelt ist dies durch die neue “Toxicity Charge” – kurz T-Charge. Vonseiten der Stadtverwaltung Londons trifft diese rund 10.000 Autofahrer, beim “Sunday Telegraph” geht man von nur noch 6.500 Fahrer aus. Was damit zusammen liegt, dass sich die Halter alter Euro 4 Fahrzeuge, seit der ersten Ankündigung im Frühjahr, ein neues Fahrzeug zugelegt haben.

Bereits seit einigen Jahren müssen Autofahrer die sogenannte Congestion Charge in Höhe von 11.50 Pfund bezahlen, wenn sie werktags zwischen sieben Uhr morgens und sechs Uhr abends in die Stadt fahren. Überprüft wird dies dadurch, dass sämtliche Nummernschilder per Kamera registriert werden, wer nicht gezahlt hat, bekommt eine Aufforderung von der Stadt. Hier kommt nun noch die T-Charge oben auf, wenn das jeweilige Fahrzeug die Abgasnorm Euro 4 nicht erfüllt. Vonseiten des Bürgermeisters Sadiq Khan ein erneutes Zeichen dafür, dass der Kampf gegen die Luftverschmutzung Priorität besitzt.

Londons Bürgermeister hat bereits mehrere Initiativen gestartet, die zur Luftverbesserung beitragen sollen. So gibt es beispielsweise eine Abwrackprämie in Höhe von bis zu 5.000 Pfund für ältere Taxis. Weiterhin sollen alle Doppeldeckerbusse bis 2019 mit Hybridantrieb fahren. Bei den normalen Bussen soll bis 2020 entweder Wasserstoff- oder E-Antrieb als Standard gesetzt sein.

Doch diese Maßnahmen helfen alle nicht, denn die Autofahrer tragen mit ihren täglichen Dauerstaus in den Städten am meisten zur Luftverschmutzung bei. Laut einer You-Gov-Umfrage unterstützen 74 Prozent die neue T-Charge, die gegen dieses Problem vorgehen soll. Das könnte allerdings auch damit zusammenhängen, dass die große Mehrheit nicht davon betroffen ist. Kritiker weisen darauf hin, dass die Abgabe vor allem ärmere Bewohner belastet, die tendenziell ältere Autos fahren.

Die nächste Ausbaustufe der T-Charge, dürfte dann die für 2019 geplante Einführung einer Niedrig-Emissions-Zone sein. Hier sollen dann nur noch Euro-6-Diesel und Euro-4-Benziner unbehelligt fahren dürfen, alle anderen müssen eine weitere Abgabe zahlen. Neben dem Stickoxidausstoß sollen auch die Feinstaubemissionen bei der Einstufung der Autos berücksichtigt werden.

Quelle: WirtschaftsWoche – London: Autofahrer müssen „Vergiftungsabgabe“ zahlen

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