duraBASt – Testgelände für Innovationen im Autobahnkreuz Köln-Ost

Testgelände in Köln
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In einem bislang ungenutzten Bereich des Autobahnkreuzes Köln-Ost hat Straßen.NRW für die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) das Forschungsareal duraBASt realisiert, für „Demonstrations-, Untersuchungs- und Referenzareal der BASt“. Dort sollen neue Entwicklungen im Bereich des Straßenbaus für den Verkehr der Zukunft erprobt werden. Vor einigen Tagen wurde das Testgelände offiziell eröffnet.

Erste Untersuchungen auf verschiedenen Testfeldern des duraBASt sind bereits angelaufen. So wird derzeit beispielsweise der Selbstheilungseffekt einer induktiv erwärmbaren Asphaltdeckschicht untersucht, die Umsetzung von Teilaspekten der Intelligenten Brücke bei Bestandsbauwerken, die Nutzung solarer Energie zur Temperierung von Straßen, ein Rohrsystem zur Gewinnung von Energie sowie ein Ertüchtigungssystem aus Betonfertigteilen für die Straßenerhaltung.

Die Straßen in Deutschland müssen für die Zukunft gerüstet sein: Güterverkehrszunahme, Klimawandel, Energiewende und Rohstoffknappheit sind zu bewältigen. Um die Straßeninfrastruktur auf die zukünftigen Herausforderungen vorzubereiten, werden auf dem Gelände im Autobahnkreuz Köln-Ost diese neuen und innovativen Baustoffe, Bauweisen und Bauverfahren getestet.

„Ziel des duraBASt ist es, Innovationen deutlich schneller als bisher in die Baupraxis überführen zu können. Damit erreichen wir einerseits eine nachhaltige Anpassung der Straßeninfrastruktur an zukünftige Herausforderungen und andererseits leisten wir einen wesentlichen Beitrag zur Qualitätssicherung im Straßenbau. Für dieses innovative Testgelände stellen wir rund 13 Million Euro bereit.“ – Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur

Damit aus dem ungenutzten Areal das Testgelände duraBASt werden konnte – und damit ein Teil des Forschungsprogramms „Die Straße im 21. Jahrhundert“ des Bundesverkehrsministeriums und der BASt, waren zunächst noch einige Vorarbeiten notwendig. So ließ Straßen.NRW als Bauherr zum Beispiel insgesamt rund 2.400 Meter Straße anlegen. Unterschiedlichste Materialien kamen dabei zum Einsatz, es handelt sich ja um ein Test- und Referenzgelände. Kein Standardprogramm also, sondern Strecken mit verschiedenen Texturen und unterschiedlicher Griffigkeit. Hinzu kommen Flächen zum Parken und Wenden sowie die Zufahrt zum Gelände.

Jede neue Baustoffzusammensetzung oder Bauweise und fast jede andere Neuerung, die in den Straßenbau eingebracht werden soll, basiert derzeit auf theoretischen Überlegungen, die anschließend anhand von Testreihen im Labor verifiziert werden. Die weltweit einzigartige Versuchseinrichtung im Osten von Köln ermöglicht nun realitätsnahe Erprobungen im Maßstab 1:1, bei denen neue Baustoffgemische, Bauweisen oder Bauverfahren zeitraffend belastet und auf ihre Dauerhaftigkeit hin geprüft werden. Somit kann die Zeitspanne zwischen Forschung und Regeleinsatz von Innovationen deutlich verkürzt werden.

„Die Herausforderungen im Straßenbau wachsen seit Jahren an: mehr Verkehr, höhere Anforderungen im Umwelt- und Immissionsschutz sowie gestiegene Erwartungen an die Qualität der Strecken. Umso wichtiger ist es, sich diesen Herausforderungen mit Hilfe von Forschung und Innovationen zu stellen.“ – Dr. Hendrik Schulte, Staatssekretär im Ministerium für Verkehr Nordrhein-Westfalen.

Zusätzlich auf dem Gelände verwirklichte Referenzstrecken dienen der Qualitätssicherung von Messfahrzeugen, die für die Zustandserfassung und -bewertung von Fahrbahnoberflächen eingesetzt werden. Nach einer Bauzeit von etwa zwei Jahren wurde das rund 25.000 Quadratmeter große und etwa einen Kilometer lange Areal Mitte Oktober feierlich eröffnet.

Quelle: BASt – Pressemitteilung vom 18.10.2017 // heise.de – Straße der Zukunft heilt sich selbst und liefert Strom

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