Der Weg zum E-Auto: Finanzierung, Leasing, Förderung

Für die Anschaffung eines Elektroautos gibt es verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten. ǀ Fotolia, © Petair

Wer seinen Beitrag zu einer grüneren Zukunft leisten und auf ein Elektroauto umsteigen will, hat verschiedene Möglichkeiten dies umzusetzen. Die verschiedenen Varianten zur Finanzierung bieten unterschiedliche Vor- und Nachteile. Der Knackpunkt liegt häufig im Risiko des Restwertes.

Für Elektroautos ist im Schnitt immer noch etwas tiefer in die Tasche zu greifen als für herkömmliche Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Einerseits können verschiedene staatliche Förderungen in Anspruch genommen werden, andererseits bieten die Banken in diesem Bereich spezielle Kreditmöglichkeiten. Doch für wen ist welche Finanzierung am besten geeignet?

Staatliche Förderung wahrnehmen

Um die ehrgeizigen Ziele zum umfangreichen Umstieg auf Elektromobilität voranzutreiben bemüht sich die Regierung, die Anschaffung der Fahrzeuge durch verschiedene Förderprogramme attraktiver zu machen. Hier profitieren inzwischen jedoch lediglich jene am meisten, die sich schnell entscheiden.

Der einfachste Weg ist hier, einen Antrag für den Zuschuss durch eine Kaufprämie beim Bundesamt für Wirtschaft und Außenkontrolle (BAFA) zu stellen. Hier stehen finanzielle Mittel für die Förderung von bis zu 300.000 Fahrzeugen bereit. Allerdings läuft diese Förderung nur noch bis Ende Juni 2019. Die Gelder, die bis dahin nicht in Anspruch genommen wurden, verfallen.

Die Höhe des sogenannten Umweltbonus richtet sich nach der Art des Fahrzeugs:

  • 4.000 EURO für reine Batterieelektro- und Brennstoffzellenfahrzeuge
  • 3.000 EURO für von außen aufladbare Plug-In Hybride

Zudem wird der Bonus nur für Modelle bezahlt, welche in der Liste der förderfähigen Fahrzeuge aufgenommen wurden. Dabei darf ein Netto-Listenpreis (Basismodell) eine Grenze von 60.000 EURO nicht überschreiten. Gebrauchtwagen sind außerdem von der Bezuschussung ausgeschlossen.

Die Wahrscheinlichkeit einer positiven Zusage für die Förderung ist sehr hoch, denn bis Juli 2017 wurden lediglich 26.589 Anträge gestellt (Infos laut BAFA). Dabei machten Batterieelektrofahrzeuge den größten Anteil aus, gefolgt von Plug-In Hybriden. Brennstoffzellenfahrzeuge waren mit drei Anträgen vergleichsweise gering nachgefragt.

Das zweite Standbein der staatlichen Förderung stellt die zehnjährige Steuerbefreiung dar, die im September 2016 rückwirkend von der Regierung beschlossen wurde.  Wer sein Fahrzeug zudem beim Arbeitgeber auflädt, muss diesen Vorteil ebenfalls nicht mehr versteuern. 

Der Antrag zur staatlichen Förderung erfolgt Papierlos über das Onlineportal des Bundesamtes für Wirtschaft und Außenkontrolle (BAFA). ǀ Fotolia, © Africa Studio

Leasing von Elektrofahrzeugen

Die Möglichkeit des Leasings wird bisher beim Weg zur Elektromobilität noch recht selten gewählt. Problem ist hier die große Unsicherheit bei der Kalkulation des Restrisikos. Da sich die Technik rasant weiterentwickelt und vor allem die Ladekapazität der Akkus stetig verbessert wird, wollen sich die Händler und Leasinganbieter nicht gerne auf diese Finanzierung einlassen.

Läuft der Vertrag aus, muss dieser das volle Risiko des möglichen Wertverlustes alleine tragen. Und hierzu fehlen bislang zudem verlässliche Vergleichswerte. „Insbesondere die Flottenverleaser sind von den Elektrofahrzeugen immer noch nicht überzeugt, weil der Restwert nicht gesichert ist“, so der geschäftsführende Gesellschafter der Münchner X-Leasing GmbH Stefan Kumpfmüller. Allerdings hofft er auf eine Stabilisierung des Marktes in den nächsten Jahren.

Auch beim Leasing kann übrigens der staatliche Umweltbonus in Anspruch genommen werden. Unternehmer können bei gewerblichen Leasingverträgen die Förderung an den Leasingpartner weitergeben.

Da ein Großteil der Fahrzeuge als Zweitwagen angemeldet wird, bieten verschiedene Leasingpartner die Möglichkeit auch bei der Versicherung der Autos Geld zu sparen. Durch den sogenannten Flottentarif bietet diese versteckte Förderung ebenfalls einen großen Vorteil.

Bei den meisten Herstellern der Batterien für die Elektroautos besteht eine fünfjährige Garantiezeit. Ein defekter Akku kann dann innerhalb dieser Frist kostenlos getauscht werden. Durch diese Option wird das Risiko des Wertverlustes etwas vermindert.

Alternative Finanzierungsmöglichkeiten

Wer keinen annehmbaren Leasingvertrag findet, oder ohnehin lieber ein Fahrzeug kaufen statt „leihen“ will, findet verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten. Die Ballonfinanzierung zeigt hier beispielsweise große Parallelen zum Leasing. Sie ist auch unter dem Namen Drei-Wege-Finanzierung bekannt. Auch hier kann noch bis zum Ende der Vertragslaufzeit entschieden werden, ob der Wagen später ganz übernommen wird oder nicht. Neben einer Anzahlung wird hier auch eine größere Schlussrate – der sogenannte Ballon – vorher definiert. Der Restbetrag wird über die Laufzeit des Vertrags durch Raten beglichen.

In diesem Fall trägt das Risiko über die Höhe des Restwertes jedoch der Kreditnehmer, nicht der Kreditgeber. Unabhängig vom Wert des Fahrzeugs bieten sich nach der Finanzierungsphase verschiedene Möglichkeiten:

  • Bezahlung der vereinbarten Schlussrate auf einmal oder durch eine Anschlussfinanzierung
  • Rückgabe des Fahrzeugs zum entsprechend vorher definierten Restwert

Vor dem Hintergrund der rasanten technischen Weiterentwicklung kann dieses Modell für viele Verbraucher eine attraktive Alternative darstellen. Statt der Übernahme des möglicherweise veralteten Modells kann nach der Vertragslaufzeit wieder ein neuer Wagen mit aktueller Technik finanziert werden.

Da bei der Finanzierung der Halter auch der Eigentümer des Fahrzeugs ist, kann hier zudem in vollem Umfang von weiteren Fördermöglichkeiten profitiert werden.

Immer auf dem neuesten Stand: Nach der Finanzierungsphase kann das veraltete Modell zurückgegeben und ein neuer Wagen mit der aktuellsten Technik finanziert werden. ǀ Fotolia, © Kzenon

Reguläre Finanzierung

Bei einem normalen Fahrzeugkredit sind die monatlichen Raten oft niedriger als bei den entsprechenden Leasingangeboten. Im Moment ist diese Variante durch die niedrigen Zinsen sehr interessant. Zudem kann auch hier von besonders günstigen Aktionen der staatlichen KfW-Bank profitiert werden, die auf diese Weise ebenfalls die Elektromobilität unterstützt. Vor allem für Freiberufler und Unternehmer sind die verschiedenen Förderprogramme von Vorteil.

Es lohnt sich in jedem Fall, die Angebote verschiedener Banken zu vergleichen. Da das Fahrzeug für das Kreditinstitut als Sicherheit gilt, sind die Zinsen meist niedriger angesetzt als bei einem regulären Ratenkredit.

Auch hier trägt der Kreditnehmer das volle Risiko. Dieses Bezahlmodell ist für alle geeignet, die das Fahrzeug in jedem Fall anschließend behalten wollen. Zudem besteht die Möglichkeit, nach einer gewissen Zeit in einen neuen Akku mit verbesserter Technik und Kapazität zu investieren.

Zusätzliche Fördermöglichkeiten der Bundesländer

Neben den staatlichen Förderpaketen des Bundes investieren unabhängig davon auch die einzelnen Länder in die Elektromobilität. Hier wird hingegen bevorzugt der Ausbau der Ladeinfrastruktur oder auch die Weiterbildung in diesem Bereich unterstützt.

Die geringe Dichte an Ladestationen ist für viele noch eines der größten Hemmnisse, sich nicht für ein Elektrofahrzeug zu entscheiden. Vor allem Kommunen und Unternehmen können Zuschüsse für die Installation einer Ladesäule erhalten. Im Fokus stehen hier derzeit verstärkt Autobahnraststätten. Bis zum Jahr 2020 sollen so insgesamt 5.000 Schnelllade- und 10.000 Normalladestationen verfügbar sein.

Eine besondere Möglichkeit bietet die Teilnahme an verschiedenen Forschungsprojekten zur Elektromobilität. Hier ergeben sich meist zusätzliche finanzielle Vorteile. Im Gegenzug muss beispielsweise das Fahrzeug mit einem Aufkleber des entsprechenden Sponsors oder Forschungspartners angebracht werden. Hinzu kommt meist die verpflichtende Teilnahme an Umfragen zum individuellen Nutzungsverhalten. Durch den Einbau von spezieller Tracking-Software können so nützliche Erkenntnisse gewonnen werden, die den Herstellern zur weiteren Verbesserung

Die Verbreitung der Elektromobilität wird auch in Zukunft stark vom Ausbau der notwendigen Ladeinfrastruktur abhängen. ǀ Fotolia, © zinkevych

Fazit

Welche der verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten die Beste ist, hängt vor allem davon ab, ob das Auto später vollständig in den Besitz übergehen soll. Beim Leasing kann am Leichtesten auf ein neues, aktuelles Modell umgestiegen werden. Ein Kauf des Fahrzeugs ist hingegen die günstigste Lösung, wenn das Fahrzeug danach behalten werden soll. Diese Variante ist meist für Privatpersonen die Interessanteste.

Eine Drei-Wege-Finanzierung oder der Ballonkredit stellen hier den Mittelweg dar. Die höheren monatlichen Raten lassen dem Kreditnehmer bis zum Schluss die Wahl, ob der Wagen übernommen wird oder nicht. Als Unternehmer kann zusätzlich von Förderprogrammen zum Ausbau der Ladeinfrastruktur profitiert werden.

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