Was ist besser: Hybrid- oder Elektroauto?

Um diese Abwägung klar begründen zu können, ist eine nähere Hinschau vonnöten, letztlich kann sie nur eine Expertise beantworten: Es handelt sich um unterschiedliche Antriebssysteme mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen. Die Antwort bestimmt sich also nach dem Blickwinkel.

Hybrid- oder Elektroauto – Ausgangspunkt

Der menschlichen, schädlichen Schein-Abhängigkeit von Erdöl kann auf Dauer nicht mehr Rechnung getragen werden. Wenngleich der intensive CO2-Ausstoß auch vor allem durch globale Agrarpolitik aufzuarbeiten ist, ist auch der Individualverkehr beim Thema Klimawandel von höchster Bedeutung. Dieser ist besonders schwierig zu steuern, weil neue Normen nicht nur die Industrie treffen würden, sondern jeden einzelnen Menschen.

Eine bereits erfolgte, intensivierte Forschung führte zu diesen beiden neuen Motorarten hin, welche nun immer präsenter werden. Die ersten Fahrverbote und Einschränkungen für konventionelle Fahrzeugarten werden mancherorts schlagend und selbst Zulassungsverbote zumindest angedacht. Gleichzeitig wird der Ausbau der alternativen Antriebssysteme immer stärker forciert. Es ist also in jeder Hinsicht mit Verbesserungen rund um die neuen Motoren zu rechnen, sei es in quantitativer, als auch in qualitativer Hinsicht.

Ausgangspunkt beider Technologien ist also die jeweilige Auswirkung auf die Umwelt und diese ist auch beim Vergleich zwischen Hybriden und Elektroautos bedeutsam. Dient Strom als Quelle für Verbrennungsmotoren, kann dieser regenerativen Ursprungs sein oder aus Quellen, die ihrerseits ökologisch schlechte Folgen nach sich ziehen. Im besseren Fall aber bilanziert der Gewinn für die Umwelt in bisher noch beispielloser Weise ein Plus. In jedem Fall aber wird der Erdölbedarf zurückgedrängt. So neu, wie wir meist denken, ist diese Idee nicht – doch dazu an anderer Stelle.

Begriffsabgrenzungen

Mit Stand von 2016 befinden sich, noch, unterschiedliche Antriebsformen am Markt, deren Anteile elektrischer Komponenten sich mit konventionellen ergänzen oder sie aber gänzlich überlagern: Jene Fahrzeuge, die zur Gänze elektrisch angetrieben werden, nennt man Elektroautos.

Die Mischformen werden als Hybridautos bezeichnet. Diese wiederum werden in drei Stufen eingeteilt. Die Kategorie der Brennstoffzellenfahrzeuge als eine relativ unbekannte Form kommt ebenso wie das E-Auto ohne fossile Kraftstoffe aus. Um unter all diesen Antriebsarten einen Vergleich zu ermöglichen, der Rückschlüsse auf den persönlichen Bedarf erlaubt, werden in der Folge allgemeine Eigenheiten sowie deren Öko-Bilanz gegenübergestellt. Die Anschaffungspreise der einzelnen Modelle kann jeder für sich gesondert mit einbeziehen und würden hier den Rahmen sprengen.

Technisch bedingte Unterschiede beim Fahren – das Entscheidungskriterium?

Als „Entscheidungskriterien“ der Antriebssysteme werden von manchen Autoren gerne die kleinen Unterschiede technischer Natur gehandelt. Ob diese allerdings kaufrelevant sind, darf vorerst dahingestellt bleiben.

Mikro-, Mild-, Voll- und Plug in-Hybride unterscheiden sich vor allem durch den elektronischen Starter von „normalen“ Fahrzeugen und ergänzen einen ebenfalls vorhandenen Verbrennungsmotor. Je nach Art können diese Autos in der Stadt oder bei Kurzstrecken, also bei geringer Geschwindigkeit, auch rein elektrisch betrieben werden.

Beim Vollhybrid führt das höhere Gewicht des Akkus und Elektromotors allerdings zu einem höheren Kraftstoffverbrauch. Wer damit im Grunde nur in der Stadt unterwegs ist, fährt ziemlich emissionsfrei. Hier hängt die Sinnhaftigkeit rein vom eigenen Fahrverhalten und Bedarf ab.

Der Mildhybrid kann überhaupt nicht im reinen Elektromodus betätigt werden. Dafür ist aber seine Leistung höher, während der Verbrauch geringer ist. Seine Stromspeicher wurden nämlich bewusst kompakt konzipiert.

Der Mikrohybrid schaltet nur beim Startvorgang auf elektrische Energiegewinnung, ganz automatisch. Als Nachteil wird ihm ein höherer Verschleiß der Kurbelwelle nachgesagt.

Interessant ist die Idee hinter der Brennstoffzellenfahrzeuge: Dort ist als einzige Emission Wasser zu verbuchen. Sie verwandelt eigenständig Brennstoffe in elektrische Energie, womit eine hohe Reichweite geringeren Ladezeiten gegenübersteht. Die Nachteile liegen nicht im Produkt selber, sondern einfach in der fehlenden Infrastruktur an Wasserstofftankstellen. Diese seltene, aber vorzügliche Innovation ist auch mit sehr hohen Anschaffungskosten verbunden.

Öko-Bilanz dieser Systeme

Unter der Prämisse demnach die Kaufentscheidung zum Wohle der Umwelt getroffen wird, sind die vorgestellten Antriebsarten dahingehend zu analysieren. Offen bleiben nämlich Kernfragen, etwa wie viel Kraftstoff das jeweilige Hybrid-Modell verbraucht. Dies wiederum hängt vom eigenen Fahrverhalten ab sowie von den regionalen Auflade-Möglichkeiten.

Was bringt etwa ein Hybrid, der zur nächsten Ladestation einen hohen Benzinverbrauch in Anspruch nimmt, der ohne diese Fahrten gar nicht anfallen würden? Wie entwickelt sich die jeweilige Infrastruktur vor Ort? Rechnen sich dann noch die Unterschiede wie höhere Anschaffungspreise? Wie sieht die Energiebilanz zugunsten der Atmosphäre einzelner Modelle aus? Schon an dieser Stelle relativiert sich der Gedanke, ein Hybrid wäre immer und in jedem Fall ein Gewinn für die Umwelt. Es kann sein – muss aber nicht.

Neue Studie vergleicht Umweltauswirkungen

Das Umweltbundesamt in Österreich durchleuchtete diesen Komplex im Juni 2016 eingehend und unterzog sämtliche Antriebstypen einem detaillierten Vergleich. Die Experten zogen dabei die gesamte Lebensdauer eines Fahrzeugs inklusive der Produktion in diese Bilanzierung mit ein und kamen auf eigentlich logische Ergebnisse.

Platz 1: Das Elektroauto

Spitzenreiter hinsichtlich der Energiebilanz ist wenig überraschen das Elektroauto – allerdings in dieser Klarheit nur dann, wenn der Strombezug aus Quellen erneuerbarer Energie gespeist werden kann. Diese Erkenntnis vermag kaum jemanden wundern, aber das Ausmaß, siehe unten im prozentualen Vergleich, ist verblüffend.

Nicht nur die Luftschadstoff-Emissionen sind bei ihm am geringsten. Auch hinsichtlich der Lärmentwicklung hat das E-Auto die Nase vorn: ab etwa 35 km/h ist das Geräusch der Reifen die einzige „Emission“, welche sich in Geräuschen niederschlägt – that´s it. Und diese Abrolltöne entstehen ohnehin bei jeder Antriebsart – es ist bei diesem Punkt sozusagen bereits das „höchstmögliche Level“ erreicht.

Platz 2 erlangen die Hybride – doch Vorsicht: Sie reüssieren nahezu wie Benziner und Dieselautos und nicht ähnlich dem Elektroauto, wie viele Menschen denken. Die konventionellen Fahrzeuge nehmen, wenig unerwartet, Platz 3 ein.

Treibhausgas, Stickoxide und Feinstaub beim E-Auto bis 70 Prozent weniger als beim Hybrid

  • 100 Prozent für Diesel und Benziner

  • 92 Prozent für Hybride als Durchschnittswert ihrer Arten

  • 10-25 Prozent für Elektroautos

Der direkte Unterschied zwischen E-Auto und einem Hybrid liegt bei einem 50- 70 Prozent geringeren Energieverbrauch. Die Stickoxyde sind bei Dieselfahrzeugen übrigens neun Mal so hoch wie beim Benziner. Dem E-Auto werden sie vor allem aus der Stromproduktion heraus zugerechnet. Gerade in belasteten Gebieten aber wäre ein Umstieg auf sie besonders effektiv hinsichtlich der Lebensqualität vor Ort.

Hinsichtlich der Staubentwicklung sind alle Arten in etwa gleich, wobei beim Elektroauto vor allem die Produktion und nicht der Betrieb dafür verantwortlich ist.

Das schlechte Abschneiden der Benziner und Diesel erklärt sich übrigens auch nicht alleine durch ihre Verwendung im Straßenverkehr. Auch die Produktion ist ein allgemein unterschätzter Faktor für deren schlechte Bilanzergebnisse über ihre Umweltauswirkungen.

Ein Fazit: Hybrid- oder Elektroauto?

Die Autoren der Studie erhoben diese Zahlen gesondert und können direkt dort vergleichen werden. Die hier zitierten Ergebnisse beinhalten die Emissionen bei der Herstellung und Verwendung und berücksichtigen damit die gesamte Lebensdauer eines Fahrzeugs. Die Studie steht beim Umweltbundesamt übrigens zum Download bereit. Was nun besser ist – Hybrid- oder Elektroauto – braucht nicht mehr gesondert erläutert werden, es liegt auf der Hand.