Carsharing

Symbolbild | Innogy

Carsharing – Anbieter in Deutschland

Der Boom an Carsharing-Anbietern ermöglicht vor allem in Großstädten eine gewisse „Qual der Wahl“ – in positivem Sinne. Was genau Carsharing ist und welcher Vorteil sich tatsächlich ergibt, sollte heute jedermann bewusst sein: Meist spontane Kurzzeitmiete eines Fahrzeugs anstatt dem dauerhaften Anfallen von Fixkosten. Natürlich hängt es vom tatsächlichen Bedarf ab, inwieweit es sich rentiert, auf sein eigenes Fahrzeug zu verzichten.

Unter 7.000 km im Jahr Carsharing günstiger als eigener PKW

Da es auch dort wie große Preislunterschiede gibt, ist keine klare Aussage zur Ersparnis möglich. Manche Anbieter gehen aber von der Faustregel aus, demnach eine jährliche Kilometerleistung von 7.000 die Grenze der Rentabilität bildet: Wer weniger fährt, käme mit Carsharing billiger als eigenem PKW.

Anstatt monatlicher Versicherung, Steuern und aliquoter Anschaffungskosten wird eine vergleichsweise lächerlich anmutende Summe an Mitgliedsbeitrag bezahlt, welcher durchaus unter 10 € angesiedelt sein kann. Eine berechenbare Leihgebühr für den tatsächlichen Bedarf löst Werkstattbesuche und damit verbundene Umstände ab.

Außerdem ermöglicht man bereits an dieser Stelle eine Anpassung an den individuellen Bedarf:  höhere monatliche Mitgliedsbeiträge bewirken geringere Leihgebühren im Falle des konkreten Bedarfs. Doch alle Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen – nicht zuletzt hat jeder Fahrer seine eigenen Prioritäten, Möglichkeiten und Bedürfnisse. Dabei bietet Carsharing manchen gewaltige Ersparnisse. Wie hoch diese sind und ob solche überhaupt anfallen, ist nur einzelfallbezogen zu errechnen.

Carsharing – Wie finde ich den idealen Anbieter?

Man muss zu zuerst unterscheiden zwischen den großen, bekannten Carsharing-Anbietern und solchen, die nur regional begrenzt vorhanden sind. Letztere können für bestimmte Bedürfnisse die besseren Varianten darstellen aber durch relative Unbekanntheit werden sie weniger in Betracht gezogen. Es lohnt sich also, zuerst eine Suche aller Anbieter im Umfeld durchzuführen und mit den „Hard Facts“ der Großen zu vergleichen.

Es ist naturgemäß nicht möglich, sie alle und immer am neuesten Stand zu präsentieren und zu vergleichen. Aber diejenigen, die ihr Netz bereits gut ausgebaut haben und ziemlich unterschiedliche Preismodelle anbieten, lassen sich in einer Überschau einfach erfassen.

Wer die Konditionen mit möglichen Kleinen vor Ort vergleicht, kann für sich auch eine Rechnung anstellen, welches Carsharing sich mehr lohnt. Die folgende Übersicht richtet sich nach Größe insgesamt zum Stand von 2016 und schließt mit Aussichten auf die kommenden Jahre. Ein großes Thema ist dabei der Anteil an Elektroautos, welcher im Interesse der Allgemeinheit an der Reduktion von CO2-Emissionen ausgebaut werden sollte.

DriveNow – Carsharing

An der Spitze dürfte sich DriveNow zumindest europaweit betrachtet mit in Staaten befindlichen Vertretungen, befinden. Für Fahrten außerhalb Deutschlands handelt es sich wohl um die einfachste Lösung. Diese zahlreichen Registrierungsstationen ergeben sich durch die Zusammenarbeit mit Sixt.

Auf der Webseite kann man sofort sehen, welche Fahrzeuge sich in welcher Umgebung finden. Dahinter steht BMW, darum findet man vorwiegend BMW und Minis in der Flotte. Der Anteil der gemieteten Elektrofahrzeuge liegt in jeder deutschen Stadt bei mindestens 10 Prozent.

Car2Go – Carsharing

Obwohl dieser Anbieter auf keine vor Ort befindlichen Registrierungsstationen oder das dichte Netz von Sixt zurückgreifen kann, ist er klar als internationaler Player zu bezeichnen. Sein Netz in Europa ist besonders stark ausgebaut: Lediglich via App sind die Buchungen möglich, alle weiteren Schritte lassen sich ebenso einfach mit dem Smartphone abwickeln.

Dazu gibt es eine Telefon-Hotline. Die Niederschwelligkeit des Systems ist schwer zu überbieten. Mit 3790 Autos dürfte Car2Go der Spitzenreiter bei den Zulassungen seiner KFZs sein – DriveNow hat vergleichsweise „nur“ eine Flotte von 3.100 zu bieten. Der Anteil der elektrisch betriebenen Autos ist auch hier höher, als wenn man sie am Repertoire der Gesamtbevölkerung misst.

Flinkster – Carsharing

In der Liga von DriveNow und Car2Go kann innerhalb Deutschlands maximal noch Flinkster, der Deutschen Bahn (DB) zugehörig, mitspielen – 4.000 Fahrzeuge stehen hier parat. Interessant sind die überschießenden Möglichkeiten der DB als dahinterstehender Akteur: Inhaber der Bahncard sind zugleich berechtigt, ein Auto anzumieten – ohne regelmäßig anfallenden Fixpreis.

Kosten fallen also nur bei tatsächlichem Gebrauch an, und das ziemlich günstig. Außerdem kann die Deutsche Bahn auf 800 Carsharing-Stationen zurückgreifen. Gerade in der Nähe von Bahnhöfen und Flughafen wird eine sehr gute Abdeckung, nämlich in 300 deutschen Städten, erzielt, die hohe Flexibilität erlaubt. Zusätzlich sind Österreich, Schweiz, Niederlande und Italien erfasst.

Schon ab einer Stunde Mietdauer kann´s los gehen. Die Mietdauer ist aber auch monatlich möglich. Auf der Webseite hat man die Option, sich nur Elektrofahrzeuge anzeigen zu lassen. Der Anbieter denkt offenbar mit und ermöglicht ein unverbindliches Kennenlernen zwischen Kunden und Elektromobilität. Klar, dass auch hier im Vergleich zu den bundesweiten Zahlen an E-Autos eine weit höhere Quote erreicht wird.

Carsharing Anbieter in Deutschland außerhalb der großen Drei

Nach diesen drei wohl größten Anbietern von Carsharing kommt an Fahrzeugen gemessen einmal lange nichts. Die Anderen weisen Fahrzeuge in „nur“ fünfstelliger Höhe auf. Dieser Umstand dürfte dem Kunden oder Interessenten aber ziemlich egal sein. Cambio, Stadtmobil, teilAuto, Book N Drive, Greenwheels, Scouter, E-Wald, app2Drive und Ford Carsharing bieten ihre Auswahl mit Flotten zwischen jeweils 300 und 2.300 Kraftfahrzeugen.

Stadtauto München und Multi City decken etwa nur vereinzelte Städte ab, dort aber haben sie vergleichsweise aber eine sehr hohe Anzahl zu Fahrzeugen als wiederum die Großen. Es kann also nur der persönliche Bedarf ausschlaggebend sein, für wen man sich dabei entscheidet. Dennoch ergibt sich bereits ein hoher Konkurrenzdruck – so konnten sich CiteeCar, SpotCar und ZebraMobil nicht am Markt verfestigen und stellten 2015 ihre Tätigkeit ein.

Carsharing Anbieter mit Fokus auf E-Mobilität

Wie die DB setzen auch andere in hohem Maße auf CO2-reduzierende Fahrzeuge. So sollen bereits Untersuchungen ergeben haben, dass ehemalige Carsharing-Kunden von Elektroautos auch von diesem Antriebssystem überzeugt wurden beziehungsweise deren Aufgeschlossenheit nun größer ist als bei Personen, die sie noch in ihren Alltag integriert hatten.

In Summe sind es mehr als 2.000 Elektroautos, die in Deutschland über Carsharing-Systeme zugelassen sind. Die Auswahl der zur Verfügung stehenden Modelle ist also groß – keine Probefahrt oder sonstige Info kann derart intensive Eindrücke vermitteln als die Anmietung bei spontanem Bedarf. Laut dem Bundesverband Carsharing (BVC) ist mindestens jedes zehnte tatsächlich angemietete Auto ihrer Mietglieder elektrisch unterwegs.

Aussichten – Carsharing in Deutschland / Elektroautos

Die Batterieladedauer bekommt der Fahrer beim Carsharing zwar nicht oder kaum zu spüren. Zu bedenken ist aber: Der Einkauf durch die Unternehmen erfolgten unter Inanspruchnahme großzügiger Förderungen. Immerhin sind es die vergleichsweise hohen Anschaffungspreise, die als Nachteil gelten.

Werden diese Subventionen aber  reduziert, wirkt es sich umgehend auf die Anzahl der verfügbaren Autos der Carsharing-Anbieter aus – genauso wie beim Privatkauf. Als nachlassende Beliebtheit beim eigentlichen Fahrer, dem Kunden, ist das allerdings nicht zu werten. Mangelnde Ladestationen machen es den Anbietern ebenfalls schwer – die praktische Auslastung der einzelnen Fahrzeuge wird dadurch vergleichsweise erschwert.

Car2Go mit seinem schwäbischen Firmensitz kann dort zumindest mit 500 Ladestationen disponieren – ein ungleich höherer Startvorteil, den andere Städten nicht bieten. Aufgegeben hat die E-Autos noch keiner der Unternehmen, es wird aber bereits auf einen lohnenden Ausbau der Lade-Infrastruktur gehofft.

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