Stromnetz für E-Autos erfordert Köpfchen statt Kupfer…

Geht es nach unserer Regierung sowie den Automobilherstellern sollen ab 2020 massenhaft Elektroautos auf den Straßen rollen, bis 2025 sollen diese gut 25% der jeweiligen OEM Portfolios ausmachen. Bis dahin ist es natürlich noch ein langer Weg. Aber bereits heute muss man sich deswegen Gedanken machen. Denn nicht nur die Fahrzeuge selbst und deren Entwicklung, sondern auch der Ausbau der bisherigen Ladenetze fordern Hirnschmalz.

Martin Konermann, Geschäftsführer der Netze BW beschäftigt sich genau damit und hat in der Stuttgarter-Zeitung darauf verwiesen, dass eine der zentralen Fragen die ist, ab wann das Stromnetz an seine Grenze gelangt und wie wir Leistung bereitstellen können, ohne die Straßen aufreißen zu müssen. Druck bekommen die Stromanbieter hier nicht nur von den eigentlichen Kunden, welche entsprechende Lademöglichkeiten benötigen, sondern vor allem von Autmobiler wie BMW, Daimler, Ford, VW, Porsche und Audi welche an den Autobahnen ein Ladenetzwerk mit bis zu 350 Kilowatt Leistung an den Start bringen möchten.

Gemeinsam mit der Uni Stuttgart untersucht Netze BW, das Tochterunternehmen der Energie Baden-Württemberg AG, in Netz-Laboren im Land, wie die Infrastruktur für die neue Anforderung gestaltet werden muss. Und wie Spitzenlasten vermieden werden können. Das dafür notwendige Anschauungsmaterial liefern am EnBW-Standort Stöckach 27 E-Golf. Dabei symbolisiert die E-Auto Flotte einen Straßenzug, in dem sich viele Anwohner für ein Elektroauto entschieden haben.

Eine der Fragen, welche sich das Kompetenz-Team stellt, ist die was geschieht, wenn die Stromer am Abend mit leerer Batterie an die Ladesäule gestöpselt werden? Spitzenlasten sind dann eher die Regel als die Ausnahme und belasten das Stromnetz stark. Eine mögliche Abhilfe wäre das Laden der Fahrzeuge in Gruppen oder nacheinander oder das Abfangen der Spitzen durch sogenannte Energiespeichersysteme. Diese könnten in Zeiten geringer Nachfrage mit überschüssigem Wind- oder Solarstrom gefüllt werden und dann die Spitzenanforderung an das Netz abfedern. Man darf gespannt sein, was hier noch passieren wird. Eins steht allerdings schon fest: Nicht nur Kupfer sondern vor allem Köpfchen ist gefragt!

Quelle: Stuttgarter-Zeitung.de – Untersuchung zu Infrastruktur-Ausbau: E-Mobilität verlangt Köpfchen statt Kupfer

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