FAZ wagt einen Blick auf die Infrastruktur für Elektroautos

Die FAZ beschreibt in einem aktuellen Artikel Elektroautos als hip und erkennt richtigerweise, dass diese eine regelmäßige Energiezufuhr brauchen. Derzeit ist dies allerdings ohne eine flächendeckende Ladeinfrastruktur eher schwierig und die E-Autos kurven weiter in der Nische umher. Soweit so gut.

Zu Beginn des Artikels geht man auf die Entwicklung im Bereich der E-Autos ein. Wieder einmal startet alles mit dem Roadster von Tesla im Jahr 2008, auf Basis eines Lotus-Sportwagens, welcher vor gut neun Jahren für Aufsehen sorgte. Denn spätestens seit dann ist klar: E-Autos „können schön sein, schnell und cool – und sie sind politisch korrekt“. In Deutschland ist die Entwicklung aber nie so richtig in Gang gekommen, gut vielleicht seit Mitte 2016 ein wenig, aber es fehlt noch viel, um das „für 2020 ausgegebene Ziel von einer Million solcher Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen“ zu erreichen. Mittlerweile zählt man sogar Plug-In-Hybride hinzu, um diese Zahl zu erreichen. Gut zweieinhalb Jahre vor Ende des festgelegten Zeitraums, fehlen aber immer noch gut 800.000 Fahrzeuge mit alternativem Antrieb.

Wie bereits auf Elektroauto-News.net erwähnt, führt selbst der im Sommer 2016 eingeführte Umweltbonus, nicht dazu, dass wesentlich mehr E-Fahrzeuge oder Hybridautos abgesetzt werden. Die aktuelle Zwischenbilanz aus dem Februar 2017 fällt derzeit ernüchternd aus:

„Seit Beginn der Elektroauto-Kaufprämie wurden mittlerweile 7.107 Anträge für reine E-Fahrzeuge (4.000 Euro Prämie) sowie 5.540 Anträge für Hybrid-Fahrzeuge (3.000 Euro) gestellt. Die Anträge für Elektrofahrzeuge mit Brennstoffzelle (4.000 Euro Prämie) kann man mit einer Gesamtzahl von drei Fahrzeugen immer noch an einer Hand abzählen.“

Die Ursachen für den fehlenden Absatz der E-Autos sind vielfältig. So fehlt es einerseits an der flächendeckende Ladeinfrastruktur für E-Autos. Als auch an den attraktiven Preisen für E-Fahrzeuge an sich. Zumindest bei der Ladeinfrastruktur scheint sich etwas zu tun, denn seit dem 01.03.2017 können Kommunen und Privatinvestoren Förderungen des Bundes zum Aufbau von Ladesäulen für E-Autos beantragen. In relativ kurzer Zeit sind bisher 600 Anträge eingegangen, wobei diese einem Fördervolumen von 43 Millionen Euro sowie eine Gesamt-Investition von 114 Millionen Euro entsprechen. Weitere Informationen dazu gibt es in diesem Beitrag.

Gerade in Großstädten ist nicht nur die Ladeinfrastruktur ein Problem, sondern generell der Platz. Denn gerade in Städten wie Frankfurt, Hamburg oder Berlin wird man froh seinen am Straßenrand einen Parkplatz zu finden. Wie realistisch ist hier die Chance, dass man dort noch sein Elektroauto laden kann?

„Selbst wenn er es schaffte, per Kabeltrommel sein Auto mit der heimischen Steckdose zu verbinden, müsste er die heikle Konstruktion bei gewöhnlicher 220-Volt-Steckdose rund acht Stunden riskieren. Stellt man sich nun noch vor, dass alle Bewohner eines größeren Mietshauses in gleicher Weise verfahren wollten, wird überdeutlich, wo die Schwächen der E-Mobilität liegen.“

Nichtsdestotrotz ist es positiv zu bewerten, dass sich an einer Vielzahl von Stellen etwas bewegt, wenn es um das Thema Elektromobilität geht. Vielleicht hilft gerade diese breite Aufstellung, bei verschiedenen Schwerpunkten, dass das Ziel der Bundesregierung noch erreicht wird. Wenn nicht 2020, dann vielleicht zumindest ein paar Jahre später.

Quelle: FAZ.net – Es gibt einfach zu wenige Steckdosen

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