Bundesrat legt Weichen für Ausbau der Elektromobilität

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Kanzlerin Merkel auf der Nationalen Konferenz der Bundesregierung zur Elektromobilität im Juni 2015 in Berlin. Foto: Bundesregierung/Bergmann

Am 10. Juli 2015 hat der Bundesrat Beschlüsse befasst, die für die Förderung von Elektromobilität in der Bundesrepublik von Bedeutung sind.

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Kanzlerin Merkel auf der Nationalen Konferenz der Bundesregierung zur Elektromobilität im Juni 2015 in Berlin. Foto: Bundesregierung/Bergmann

Rund 24.000 Elektroautos rollen derzeit über Deutschlands Straßen. Angesichts der Gesamtanzahl von insgesamt 62,4 Millionen Fahrzeugen ist der Bestand von reinen E-Autos noch sehr klein. Genau das versucht die Bundesregierung mit neuen Beschlüssen zu ändern.

Am 10. Juli beschloss der Bundesrat in einer Sitzung drei Forderungen, mit der die deutsche Elektromobilität gefördert werden soll.

Heute haben wir mit der Elektromobilität in Deutschland einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht. Damit werden wichtige Impulse für den Markt gesetzt (…)

Frank Horch, Präses der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation

Deutschland gibt klar an, dass der noch junge Markt der Elektromobilität mithilfe von staatlichen Marktanreizen ausgebaut werden muss. Das sei wichtig, um Menschen zum Elektromobil zu bewegen. Davon würden am Ende die Verbraucher profitieren, denn E-Autos steigern die Lebensqualität – insbesondere in Metropolen. Sie können die Luft reiner halten und die Lärmbelastung verringern.

Das sieht der Verordnungsentwurf vor

Der Verordnungsentwurf der Bundesregierung sieht vor, Fahrzeuge mit Batterie- oder Plug-in-Hybrid-Antrieb über ein spezielles Nummernschild zu kennzeichnen. Weiterhin sollen die Besitzer dieser Fahrzeuge spezielle Stellplätze an Ladesäulen erhalten.

Besonders interessant ist die Möglichkeit für Kommunen und Länder, Sonderregelungen für Elektroautos festzulegen. Sie könnten beispielsweise geringere oder keine Parkgebühren für Besitzer von E-Autos vorschreiben oder ihnen erlauben, Busspuren zu nutzen.

Hamburg als Vorreiter im Bereich Elektromobilität

Hamburg fordert seit Jahren eine Regelung für die Ladesituation im öffentlichen Straßenraum, die bundesweit gelten soll. Die Neuregelung an Ladesäulen wird in Hamburg unmittelbar in Kraft treten. Auch der Verzicht auf Parkgebühren soll in absehbarer Zeit folgen, wie aus einer Pressemitteilung hervor geht. Das Sonderfahrrecht auf Busspuren hingegen wird es in Hamburg nicht geben. Internationale Erfahrungen haben ergeben, dass es zu Problemen mit der Verkehrsabwicklung kommen kann.

Kaufanreize und steuerliche Vergünstigungen

Die staatliche Förderung von Elektrofahrzeugen befindet sich in Deutschland derzeit in einer rudimentären Anfangsphase. Andere Länder sind der Bundesrepublik weit voraus. Aktuell gibt es hierzulande lediglich einige Modellprojekte, die an bestimmte Voraussetzungen geknüpft sind. Hamburg ist eine solche Modellregion und bietet einige Projekte an, die eine staatliche Förderung ermöglichen.

Von den insgesamt 1.480 Elektrofahrzeugen in Hamburg stammen rund 1.000 aus staatlichen Förderprogrammen. 675 der Fahrzeuge befinden sich im Fuhrparkprojekt Hamburg – Wirtschaft am Strom. Den E-Auto-Besitzern stehen derzeit rund 150 öffentlich zugängliche Ladeplätze zur Verfügung. Bis Ende nächsten Jahres sollen 450 weitere Ladeplätze hinzukommen.

Studie ermittelt Zielgruppe von E-Autos

Dass sich E-Autos langsamer als erhofft durchsetzen, könnte auch daran liegen, dass sie nicht an die geeignete Zielgruppe vermarktet werden. Hierzu fehlen praktische Erfahrungswerte – bis jetzt zumindest. Das Projekt eMerge verteilte über einen Zeitraum von zwei Jahren 146 E-Smarts an Privat- sowie Geschäftsleute und lieferte damit wichtige Daten.

Die Auswertung der Fahr- und Ladeprofile hat ergeben, dass die ideale Zielgruppe für Elektroautos Pendler sind, die täglich mindestens 50 Kilometer zurücklegen. Die geringen Betriebs- und Unterhaltskosten könnten in diesem Fall die höhere Anschaffung eines Elektroautos finanzieren.

Unternehmen erleichtern den Umstieg zum E-Auto

An der Förderung von Elektromobilität sollten sich nicht nur der Staat und die Automobilhersteller beteiligen. Auch andere Unternehmen können von einer Förderung profitieren. Zu diesen Firmen gehört die Volkswagen Bank (Webseite: volkswagenbank.de), welche mit ihrer Charge&Fuel Card und einer dazu passenden App die Vorzüge einer klassischen Tankkarte mit der Option erweitert, Strom laden zu können. Interessierte, die ein Eletkro- oder Plug-in-Hybridfahrzeug der Marke VW besitzen, können ihre Lade- und Tankvorgänge über diese Karte und App abwickeln. Dabei erhalten sie Zugriff auf mehr als 1.200 öffentlich zugängliche Ladestationen, einen in ganz Deutschland einheitlichen Tarif und viele weitere Vorteile.

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